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Kreis Steinburg : Tödlicher Rasenschnitt - Tiere vergiftet

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Ein Lamm ist verendet, ein Pferd schwer krank: Unachtsame Bürger haben in Kollmar und Neuendorf (Kreis Steinburg) Gartenabfälle auf den Weiden entsorgt. Die Umweltpolizei ermittelt.

Kollmar/Neuendorf | Ein Lamm hat frischen Rasenschnitt gefressen und ist verendet. Ein Pferd hat vermutlich Efeu gefressen, hat sich damit vergiftet. Es konnte aber gerettet werden. In beiden Fällen ermittelt die Umweltpolizei. Denn sowohl Rasenschnitt als auch Efeu wurden unerlaubt entsorgt.

Im Fall des Lammes hat ein Anwohner frischen Rasenschnitt über den Zaun an den Deich geworfen. Der Verursacher wurden von den Polizeibeamten ermittelt. Er zeigte sich einsichtig und will den Schaden regulieren. Es droht ihm noch ein Bußgeld wegen illegaler Abfallentsorgung.

Die hohen Tierarztkosten für das Pferd müssen wohl die Besitzer zahlen, denn der Verursacher wurde bisher nicht ermittelt. Bekannt ist: Unachtsame Bürger hatten in Neuendorf Grünabfälle bei den aufgeschichteten Buschhaufen für das Osterfeuer entsorgt.

Das Lamm, das am Deich im Abschnitt Schleuer in Kollmar verendete, gehört der Familie Kröger aus Neuendorf. „Gartenbesitzer sind sich der Gefahr oft nicht bewusst“, sagt Schäferin Sabine Kröger (47). „Das feine junge Rasengras führt bis zu drei Tage nach dem Schnitt bei Schafen zur Gärung und Pansenübersäuerung. Daran können empfindliche Lämmer verenden.“ Im Attest der Tierärztin heißt es: „Das Lamm lag in Seitenlage, die Gefäße des Auges waren gerötet und der Panseninhalt lief aus der Nase. Die wahrscheinliche Ursache ist Rasenschnitt, der an dieser Stelle gefunden wurde.“

Die Schäferei im Neuendorfer Ortsteil Moorhusen wird geführt von Bernd (51) und Sabine Kröger, die zusammen mit ihrem Sohn Heiko (20) zirka 1000 Mutterschafe halten. Die Schäfer finden schon seit einigen Jahren tote Schafe im Deichland, die durch diese von den Anliegern oft gut gemeinte Unachtsamkeit verloren gingen.

Von Februar bis Mai werden auf dem Betrieb der Familie Kröger rund 1100 Lämmer geboren. Damit ist das landwirtschaftliche Unternehmen, das auch noch Milchviehwirtschaft betreibt, die größte Schäferei im Kreis Steinburg. Der Betrieb hat 120 Hektar Deichland von der Schule Kollmar bis zum Störsperrwerk inklusive der zweiten Deichlinie am Herrenfeld vor der Papierfabrik Steinbeis vom Land Schleswig-Holstein und vom Sielverband gepachtet. Um das ganze Land mit eigenen Schafen bewirtschaften zu können, will die Familie Kröger ihren Bestand noch auf 1500 Mutterschafe aufstocken.

Bereits im vergangenen Jahr haben Bernd Kröger und der Kollmaraner Bürgermeister Dr. Klaus Kruse die Deichanlieger im Kollmaraner Bereich Schleuer auf die Gefahren von Rasenschnitt und immergrünen Pflanzen für die Schafe hingewiesen. Die meisten Hauseigentümer waren dankbar für diese Information.

Sabine Kröger: „Das größte Problem für unsere Schafe am Deich sind aber immer noch die freilaufenden Hunde, die die Schafe jagen und beißen. Beim Schafscheren im Winter entdecken wir so manche Bisswunde an den Schafen. Durch das Jagen geraten die Schafe in Panik und verletzen sich dabei oder springen ins Wasser.“

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