Mann aus Kreis Pinneberg : Tochter missbraucht: Fünfeinhalb Jahre Haft

Vor dem Landgericht Itzehoe wurde der 47-Jährige zu fünf Jahren Haft verurteilt.
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Vor dem Landgericht Itzehoe wurde der Pinneberger zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Jahrelang hatte die Tochter geschwiegen, dann aber den Vater beschuldigt. Zwischen ihrem 12. und 15. Lebensjahr habe er sie mehrfach sexuell missbraucht. Der Vater bestreitet dies vehement. Dem Gericht reichen die Beweise jedoch.

shz.de von
02. Juni 2014, 17:08 Uhr

Itzehoe | Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter ist ein 47 Jahre alter Mann aus dem Kreis Pinneberg zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Itzehoe befand den Tischler für schuldig, sich an dem Mädchen zwischen 2006 und 2009 mehrfach vergangen zu haben. Dabei sei es auch zu Vergewaltigungen gekommen.

Die Richter sprachen den Mann in insgesamt 20 Taten schuldig. Beim ersten Mal war seine Tochter erst 12 Jahre alt gewesen. In zwei Anklagepunkten erging Freispruch, darunter auch im Fall einer Freundin der Tochter, die den Mann ebenfalls beschuldigt hatte. Die Tochter ist heute erwachsen und leidet immer noch unter den Taten. Sie habe bis heute Alpträume, in denen sie sich an die schlimmen Stunden aus ihrer Kindheit zurück versetzt fühle, sagte die 20-Jährige. Vor Gericht wurde sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Nach ihrer Aussage hatte sich ihr Vater erstmals an einem Fernsehabend, als die Mutter nicht da war, neben sie aufs Sofa gelegt und sie berührt. Zwölf Jahre alt war sie damals. Die Intensität seiner Übergriffe hätte sich im Laufe der Zeit immer weiter gesteigert. Anfangs habe sie gar nicht gewusst, was mit ihr geschehe. Erst viel später nach dem Aufklärungsunterricht in der Schule habe sie begriffen, was ihr Vater ihr angetan habe, sagte die junge Frau.

Ihre Mutter ergänzte, die Tochter habe sich in der Folge mehrfach an sie gewandt mit den Worten: „Ich muss dir etwas sagen, aber ich bin noch nicht soweit.“ Erst im Herbst 2013 brach sie ihr Schweigen, wie die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung erklärte. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bis zum Schluss vehement bestritten. Er bezeichnete die Anschuldigungen seiner Tochter als Racheakt nach einem Streit. Außerdem wäre es ihm wegen Erektionsproblemen körperlich nicht möglich gewesen, das Kind zu vergewaltigen, behauptete er. Der Verteidiger forderte entsprechend Freispruch für seinen Mandanten.

Strafschärfend wertete das Gericht unter anderem, dass der Vater seinem Opfer immer wieder Hoffnungen gemacht hatte, er wolle sie künftig in Ruhe lassen. Würde man die vom Gericht verhängten Einzelstrafen für die Taten addieren, müsste der Angeklagte für über 40 Jahre ins Gefängnis. Durch eine Gesamtstrafenbildung wurden daraus fünfeinhalb Jahre.

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