Grundschule Oelixdorf : Tippen und Handschrift – eine gute Kombination

Schack
Ilka Schack ist Schulleiterin der Grundschule am Störtal in Oelixdorf.

Aufsätze werden an der Grundschule am Störtal in Oelixdorf per Smartboards entwickelt, das Schreiben üben ersetzt die Technik aber nicht.

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22. Januar 2020, 14:27 Uhr

Oelixdorf | In der Grundschule sollen Kinder schreiben lernen. So war das vor 100 Jahren. So ist das heute immer noch. Was sich im Laufe der Zeit geändert hat, ist die Schriftart, in der die Schüler ihre Texte niederschreiben. Die letzte Reform in Schleswig-Holstein zum Thema Handschrift trat vergangenes Schuljahr in Kraft, die Pflicht zur verbundenen Handschrift. An der Grundschule am Störtal in Oelixdorf hat sich dadurch nichts geändert.

Wir haben auch vorher schon die Schulausgangsschrift gelehrt. Ilka Schack, Schulleiterin
 

Als die Deutschlehrerin vor neun Jahren an die Grundschule kam, musste sie erst einmal Schreiben üben. „Hier wird die Schulausgangsschrift gelehrt. Ich musste mich umorientieren. Buchstaben wie das große L werden ganz anders geschrieben als in der Lateinischen Ausgangsschrift, die ich gelernt habe“, erinnert sich die Deutschlehrerin.

Schulstart mit der Druckschrift

Erstklässler starten in Deutschland mit der Druckschrift. In der zweiten Klasse lernen die Kinder eine Schreibschrift. Welche der drei verbundenen Schriften eine Schule lehrt, kann jede Schule selbst entscheiden: die Lateinische (LA), die Vereinfachte (VA) und die Schulausgangsschrift (SAS), die in der DDR entwickelt wurde.

Handschrift hat nichts an Bedeutung verloren

Die Handschrift hat auch im digitalen Zeitalter nicht an Bedeutung verloren, macht Ilka Schack deutlich. Die Grundschule am Störtal ist Vorreiter in Sachen digitales Lernen. Tippen und das Schreiben per Hand lassen sich gut kombinieren, wie sie erzählt. „Die Hausaufgaben schreibe ich in Druckschrift an die Tafel. Der Aufsatz wird dagegen zusammen mit der Klasse entwickelt, dabei abgetippt und dann ausgedruckt. Denn: „Den Text müssen die Schüler zuhause abschreiben.“ Trotz Technik heißt die Devise nach wie vor: Üben.

Ob Junge oder Mädchen macht dabei keinen Unterschied. Ilka Schack, Deutschlehrerin
 

Es sei ein Vorurteil, dass Mädchen eine schönere Handschrift haben. „Ich würde gerne eine Schriftnote geben, um die Wertigkeit der Schrift hervorzuheben.“

Am Ende der vierten Klasse sei vor allem wichtig, dass die Kinder in der Lage seien, Texte zu produzieren. „Das ist ein sehr komplexer Vorgang.“ Damit die Gedanken gut sortiert aufs Papier kommen, sei eine flüssige Handschrift von Vorteil. Der Umgang mit dem Stift muss sitzen.

Wenn man darüber nachdenken muss, wie man einen Buchstaben schreibt, gerät man ins Stocken. Ilka Schack, Grundschule am Störtal
 

Wie sich das anfühlt, hat sie auf einer Fortbildung erlebt. „Wir sollten einen Text schreiben und jeden dritten Buchstaben eines Wortes groß schreiben. Das war schwer.“

Wenn sie merkt, dass es bei Schülern mit dem Schreiben hakt, gehe sie einen Schritt zurück. Statt einer Hilfslinie, darf der Schüler wieder zwei Linien als Orientierung nutzen.

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