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Tierische Filmstars ringen um die Zuschauergunst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 25.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Gefühlte Sieger in der Gunst der Kinobesucher waren am Ende die Spatzen. Ob sie wirklich die Nase beziehungsweise den Schnabel vorn haben, wird erst die Preisverleihung am 6. September in Eckernförde zeigen. Bei der Vorführung des achten internationalen Naturfilmfestivals Green Screen im Itzehoer Cinemotion-Kino wurden dem Publikum drei Tierfilme gezeigt, die von einer Fachjury für den Zuschauerpreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) nominiert sind. Welcher Streifen am Ende ausgezeichnet wird, entscheiden die Besucher per Stimmkarte.

„Phänomenal“ fand nicht nur Besucher Manfred Grießmann den ersten Tierfilm „Planet der Spatzen“ des österreichischen Filmemachers Kurt Mayer. Mayer und sein Team beobachteten das Leben der kleinen Vögel in den Weltmetropolen Kairo, New York, Paris, Wien und Moskau und zeigten in brillanten Bildern, wie Spatzen sich an die Welt der Menschen anpassen und sich selbst mitten auf dem Broadway „ihre eigene Natur“ schaffen. Während sie zum Beispiel auf den Basaren der ägyptischen Hauptstadt immer reichlich Nahrung finden, aber dafür sichere Nistplätze ein sehr knappes Gut darstellen, müssen ihre Verwandten im russischen Winter gegen das Verhungern kämpfen und ihre Kreativität bei der Futtersuche täglich unter Beweis stellen. „Sie sind wahre Überlebenskünstler“, zeigte sich Gernot Pflüger aus Dägeling, der mit seiner Frau und Enkel Milan (9) die Vorstellung besuchte, beeindruckt von den Fähigkeiten der gefiederten Weltbürger.

Auch im zweiten Wettbewerbsfilm standen die eher Kleinen im Mittelpunkt. In „Kleiner Langschläfer hellwach“ begleitete Filmemacher Joachim Hinz die selten gewordene Haselmaus mit der Kamera. In eindrucksvollen Bildern wird das Leben der scheuen Nager gezeigt, die eigentlich gar keine Mäuse sind und sich gegen viele Feinde wie Eulen oder Wiesel behaupten müssen. Nestbau, Nahrungs- und Partnersuche, Aufzucht der Jungen – kein Aspekt des Haselmauslebens blieb im Film unbeleuchtet. Den putzigen Fellkugeln mit den großen Augen und dem langen Schwanz flogen vor allem die Herzen der jüngsten Zuschauer zu.

Beeindruckende Bilder bot auch der dritte in Itzehoe gezeigte Wettbewerbsbeitrag „Wildes Baltikum – Die Küste“ von Christoph und Almut Hauschild. Zeitlupenaufnahmen kämpfender Wildpferde oder ein Tauchgang mit einer Kegelrobbe zu einem Schiffswrack auf dem Grund der Ostsee boten den Zuschauern neue Einblicke in die Tierwelt an der Küste von Lettland, Estland und Litauen.

Am Ende hieß es für die knapp 200 Kinobesucher abstimmen: „Meine Stimme haben die Spatzen“, verriet der Itzehoer Hartwig Schüder und lag damit wohl im Trend.

Wer am Ende den mit 1 000 Euro dotierten Zuschauerpreis des sh:z bekommt, wird im Rahmen des eigentlichen Green Screen Festivals vom 4. bis zum 8. September in Eckernförde bekannt gegeben. Bis dahin wurden die drei Wettbewerbsfilme an insgesamt 15 Spielorten in ganz Schleswig-Holstein gezeigt. Während des viertägigen Filmfestivals in Eckernförde werden insgesamt fast 100 weitere Natur- und Tierfilme vorgestellt.

>Info: www.greenscreen-festival.de.


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