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Norddeutsche Rundschau

23. August 2017 | 14:03 Uhr

Tier-Drama auf der A23

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lastwagen mit 600 Ferkeln kippt auf der Autobahn um und begräbt einen Wagen unter sich

Hinter Wehrführer Peter Happe quiekt es. Doch die Geräusche, die aus dem umgekippten Schweinelaster dringen, der kurz hinter der Autobahnauffahrt Itzehoe- Mitte auf der Fahrbahn liegt, werden leiser. „Man hat schon ein Gefühl der Hilflosigkeit“, sagt Happe. „Denn wir konnten nichts für die Tiere tun als wir hier eingetroffen sind.“

Gestern um 16.24 Uhr bekommt die Freiwillige Feuerwehr den Einsatzbefehl. Mit acht Fahrzeugen und rund 40 Rettern rückt sie aus. Offenbar ist ein 26-jähriger Lastwagenfahrer aus Dörpstedt (Kreis Dithmarschen) zu schnell auf die A 23 Richtung Norden gefahren. „Die Spuren deuten jedenfalls darauf hin“, sagt Happe. Der Lastwagen kippt auf die Seite – direkt auf den Kombi eines
25-jährigen Itzehoers, der wie durch ein Wunder nur leicht verletzt wird. Ein Beifahrer wäre möglicherweise nicht so glimpflich davongekommen, der Lastwagen drückt die rechte Seite des Autos zusammen. Der Fahrer kommt ins Krankenhaus, wie der Lastwagenfahrer, der einen Schock erleidet.

„Man könnte fast sagen, dass die beiden Schwein gehabt haben“, sagt Peter Happe am Unfallort in eine Fernsehkamera – aber er kann darüber nicht lachen. Denn zu sehr gehen dem erfahrenen Wehrführer die Szenen an die Nieren, die sich jetzt auf der Autobahn abspielen. Seine Feuerwehrkameraden bilden mit aus dem Klärwerk besorgten Absperrungen einen Korridor vom Unfallwagen zu einem mittlerweile am Unfallort eingetroffenen anderen Tiertransporter. Als die Türen geöffnet werden, können die ersten Schweine den Unfall-Laster gar nicht mehr aus eigener Kraft verlassen. „Die sind völlig fertig“, sagt Happe. Behutsam bringen Veterinäre und Retter die Ferkel in den anderen Lastwagen.

Die Autobahn bleibt zwischen Itzehoe-Nord und -Süd für mehrere Stunden in beide Richtungen voll gesperrt, die Bergungsarbeiten dauern bis in den Abend hinein an. Nachdem die Schweine abtransportiert sind, sollte der Lastwagen wieder aufgerichtet werden. Der Verkehr staut sich in der gesamten Itzehoer Innenstadt.

Wie viele Ferkel den Unfall am Ende nicht überleben haben, war am Dienstag noch unklar.

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erstellt am 29.Sep.2015 | 20:29 Uhr

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