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ZOB Itzehoe : Ticket defekt - gefangen im Parkhaus

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wegen eines defekten Tickets kann eine Itzehoerin nicht aus dem Parkhaus am ZOB ausfahren, auch die Sprechanlage funktioniert nicht. Verantwortliche sprechen von einem „Frauenproblem“.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Itzehoe | Diesen Einkauf wird Doris Hoth so schnell nicht vergessen. Wie gewohnt fuhr die 56-Jährige mit ihrem Auto ins Parkhaus am ZOB. Die Itzehoerin nutzt die zentral gelegene Parkmöglichkeit seit Jahren regelmäßig, da sie aufgrund einer Gehbehinderung nicht weit laufen und nicht lange stehen kann. Als sie nach den Besorgungen zurückkehrte, zückte sie ihr Parkticket, um zu bezahlen. Doch der Automat meldete: „Parkschein fehlerhaft“. Wie sie den Schein drehte und wendete, es klappte nicht. Auch die Ratschläge von anderen Nutzern, die in der Zwischenzeit problemlos bezahlen konnten, halfen nicht weiter.

In ihrer misslichen Lage betätigte Hoth den Notrufknopf am Automaten. Doch es tat sich nichts. Schließlich griff sie zum Mobiltelefon und wählte die Nummer, die auf Parkticket und Automat als Servicehotline angegeben war. 20 bis 30 Mal erklang das Freizeichen, bis die Verbindung abriss. Zeitgleich drückte sie immer wieder den Notrufknopf. „Da wurde ich langsam sauer.“

Erst als sie die Nummer erneut wählte, meldete sich am anderen Ende ein freundlicher Herr. Er erklärte, dass er ihre Verärgerung gut verstehen könne. „Für mich klang das, als sei mein Problem kein Einzelfall“, so Hoth. „Der Herr war kein bisschen überrascht.“ Stattdessen forderte er sie auf, zur Schranke zu fahren und dort den Notrufknopf zu betätigen, dann würde man sie rauslassen.

Sogleich fuhr Doris Hoth Richtung Ausgang. Doch an der Schranke fand sie nicht den bekannten Notrufknopf, sondern nur ein Symbol, das „vermutlich Schallwellen darstellen soll“ und auf Druck nicht nachgab. Völlig entnervt rief sie aus ihrem Fenster: „Und wo bitte ist hier die Notruftaste?“, als die Schranke kommentarlos geöffnet wurde. „Unerhört!“, findet sie. „Bisher war das Parkhaus für mich ein sicherer Hafen, aber so schnell fahr ich nicht mehr rein.“

Doris Hoth habe gleich in mehrfacher Hinsicht Pech gehabt, bedauert Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tenfelde. Als der Vorfall passierte, sei das Netzwerk erneuert worden „und wir hatten noch ein paar Kinderkrankheiten“. Das System hatte sich „aufgehängt“, deshalb sei die Sprechanlage außer Betrieb gewesen. Das sei erst durch den Anruf der Kundin aufgefallen. Dieser sei beim kaufmännischen Leiter gelandet, der sich sofort gekümmert habe. In der Hektik sei dann einfach auf den Knopf gedrückt worden, ohne sich noch einmal zu entschuldigen. Inzwischen laufe die Anlage reibungslos – und die Netzleitstelle sei 24 Stunden besetzt. „Die Kundin kann getrost ins Parkhaus fahren.“

Allerdings sollte sie dann aufpassen, wo sie ihr Ticket aufbewahrt. „Das ist ein typisches Frauenthema“, weiß Tenfelde. Frauen steckten die Karte meist in die Handtasche – und die hat oft einen Magnetverschluss oder es befindet sich darin eine Handytasche mit Magnetverschluss. Und diese setzen den Magnetstreifen des Tickets außer Gefecht. Auch Bank-Mitarbeiter habe es schon häufiger getroffen, wenn die das Ticket in die Jackett-Tasche steckten, direkt unter den Namens-Clip, der von einem Magneten gehalten wird. „Das Ticket ist dann nicht mehr lesbar.“ Tenfelde rät deshalb: „Stecken Sie das Ticket nicht dorthin, wo Magneten sind.“

Sollte es dennoch ein Problem geben, lässt es sich künftig noch einfacher lösen: Die Automaten wurden umgerüstet. Liest der Kunde die Nummer seines Tickets vor, kann genau nachverfolgt werden, wann das Auto ins Parkhaus gefahren ist und welche Gebühr fällig wird. „Wir können sogar sehen, welches Auto es war.“

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