Theater vor authentischer Kulisse

Vor historischer Kulisse: Die Schauspielergruppe um Vikar Felix von Gehren (stehend 4. v.li.) führte historische Sagen vor dem  Originalschauplatz am Breitenburger Schloss auf.
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Vor historischer Kulisse: Die Schauspielergruppe um Vikar Felix von Gehren (stehend 4. v.li.) führte historische Sagen vor dem Originalschauplatz am Breitenburger Schloss auf.

Münsterdorfer Vikar stellt kurzweiliges Schauspiel auf die Bühne / 80 Zuschauer auf dem Schlosshof begeistert

shz.de von
20. Juni 2014, 18:37 Uhr

Eine bessere Bühne hätte es nicht geben können: Vor dem Schloss in Breitenburg führte eine Laien-Darstellertruppe der Kirchengemeinde Münsterdorf ihr Theaterstück „Opa erzählt vom Schloss – zwei Sagen um die Breitenburg“ direkt vor historischer Kulisse auf. Mehr als 80 Besucher waren begeistert vom Freilufttheater, wenn dieses auch nur etwas mehr als eine halbe Stunde dauerte. In der Rahmenhandlung spielte der Initiator, Vikar Felix von Gehren, selbst einen Großvater, der seinem Enkel Geschichten erzählen soll, die dieser aber unsäglich langweilig findet. So erzählt er ihm von den Sagen rund ums Schloss.

Eingebettet waren darin drei überlieferte Geschichten aus früheren Jahrhunderten, die sich um eine gefangene Edelfrau des Generals Aldringa, die Zeit der Belagerung des Schlosses durch Wallenstein und einen Lagerkommandanten drehten, der im Tunnel zu Staub zerfällt.

Gewandet in historische Kostüme, stellten die Schauspieler auch Schwertkampf, Intrige und menschliche Eitelkeiten dar. Michael Behrendt (als General Aldringa), Kathrin Helle (Edelfrau von Breitenburg), Ruben Jürgens (Enkel), Nele Hansen (Wallenstein), Lucia (Soldat), Petra Schröder (Magd Elisabeth), Ingrid Harden (Magd Anni) und Felix von Gehren (Opa) nutzten einen Großteil der Gartenanlage für ihr Schauspiel.

Vikar Felix von Gehren hatte das Projekt vorangetrieben. Er war zuvor elf Jahre lang in Hamburg zum Studium und spielte schon dort gern Theater. „Ich muss während der Ausbildung ein Projekt initiieren“, schilderte er, „und habe mich gefragt: Warum nicht das Angenehme mit der Pflicht verbinden?“ Denn er habe gemerkt: „Münsterdorf hat eine große Tradition, festzustellen vor allem, wenn die Alten erzählen.“

Die Teilnahme an dem Theaterstück als Schauspieler schrieb er im Gemeindebrief aus, es meldeten sich insgesamt acht Interessierte, hauptsächlich Konfirmanden und Eltern sowie eine Rentnerin. „Ich habe mir die Sagen rund um das Schloss zusammengesucht und das Stück aus der Chronik von Ernst Krohn entnommen und aufbereitet.“

Sie probten seit Anfang Mai einmal wöchentlich. Die Laien-Darsteller entwickelten das Stück dabei auch weiter: „Es ist dynamisch gewachsen.“ Auch für den Auftrittsort dachte er sich: „Wenn es schon um den Ort geht und dieser in der Nähe ist, dann kann man ihn doch bestimmt als Kulisse nutzen.“ Als er beim Besitzer Breido Graf zu Rantzau anfragte, war dieser sofort dazu bereit, sein Gelände zur Verfügung zu stellen.

Aufgebaut wurden Zuschauerbänke, gekommen sind 80 Besucher „Damit bin ich vollkommen zufrieden, trotz des etwas kühlen Wetters.“ Schließlich gab es nach einer halben Stunde Spielzeit großen Applaus für die Darsteller. „Die Umsetzung hat mir wunderbar gefallen“, sagte Felix von Gehren hinterher. „Dass ich das mit motivierten Laien so umsetzen konnte, war wunderbar. Sie haben konzentriert durch gespielt. Ich war ganz erstaunt, wie beseelt Darsteller und Publikum von dem Prozess des Theaterspielens vor der historischen Kulisse waren.“

Rückmeldungen bestätigten ihm, dass es „schön anzusehen“ gewesen sei, wie unbefangen sie an das Thema herangegangen sind und es trotz des Ernstes der Geschichten mit Humor übertragen haben. Zunächst war das Vorhaben als einmaliges Stück geplant, aber es gibt schon Nachfragen von denjenigen, die nicht kommen konnten, es zu wiederholen. „Es besteht vielleicht die Chance, es im Winter noch einmal zu spielen“, stellte der Vikar in Aussicht.

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