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prävention : Theater gegen sexuellen Missbrauch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gäste aus Niedersachsen in der Itzehoer Grundschule Sude-West. Auch Steinburgschüler verfolgen das Projekt.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2014 | 12:00 Uhr

„Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl?“ „Weiß eine vertraute Person, wo ich bin?“ „Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?“ Diese drei Fragen standen im Zentrum des Präventionsprojektes gegen sexuellen Missbrauch „Mein Körper gehört mir“, mit dem die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück in der Grundschule Sude-West zu Gast war. Sowohl die dritten und vierten Klassen der Grundschule als auch eine Gruppe der benachbarten Steinburgschule nahmen an drei Tagen daran teil.

„Bei den interaktiven Szenencollagen geht es darum, die Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen“, so Astrid Brütt, stellvertretende Schulleiterin. Das Bewusstsein für sexuellen Missbrauch werde geschärft, sodass die Schüler in der Lage seien, sich selbst Hilfe zu holen.

Dazu stellten die Schauspieler Jens Jakob de Place und Gundula Runge realistische Szenen nach: Ein Exibitionist auf dem Schulhof, ein neuer Nachbar, der Kinder in seine Wohnung locken möchte, und ein Chat mit einem vermeintlichen Jungen, der sich als erwachsener Mann entpuppte, waren ebenso dabei wie ein Junge, der ein „schlechtes Geheimnis“ mit sich herumtrug. Dabei lernten die Schüler nicht nur den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Geheimnis und zwischen Ja- und Nein-Gefühlen kennen, sondern auch konkrete, altersgerecht formulierte Definitionen dessen, was sexueller Missbrauch ist. Zudem erfuhren sie, dass sie selbst niemals Schuld an einem Missbrauchsfall sind und sich in jedem Fall Hilfe holen sollten. Auch die Nummer gegen Kummer wurde thematisiert, an die sich Kinder unter 0800-1110333 mit Problemen aller Art wenden können.

Acht Steinburgschüler nahmen gemeinsam mit einer Inklusionsklasse der Grundschule an dem Projekt teil. „Die Kooperation ist für uns ein großer Gewinn“, betonte Astrid Brütt. Nicht nur gemeinsame Projekte und gegenseitige Besuche, sondern auch eine gemeinsame Referendarin und eine Förderlehrerin, die gegenseitige Nutzung von Räumlichkeiten und Schulhof sowie ein funktionierender Austausch zwischen den Schulleitungen machen die gute Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und dem benachbarten Förderzentrum aus.

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