Glückstadts Infrastruktur : Teure Brücke

Zahlreiche Menschen nutzen die kleine Brücke am Sperrwerk. So auch Radler, die vom Radwanderweg kommen.  Fotos: reimers
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Zahlreiche Menschen nutzen die kleine Brücke am Sperrwerk. So auch Radler, die vom Radwanderweg kommen. Fotos: reimers

Das Amt für Küstenschutz muss eine neue Querung über den Hafen bauen: Die Kosten liegen zwischen 350 000 und 700 000 Euro – je nach Ausführung.

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21. Juli 2018, 09:58 Uhr

350 000 Euro kostet die neue Brücke über den Hafen. 700 000 Euro sind es sogar, wenn sie behindertengerecht ausgebaut wird. Die Rede ist von der beweglichen Brücke am Sperrwerk. Die jetzige ist defekt und kann nur bedingt genutzt werden. Fraglich ist, wie lange sie überhaupt noch funktioniert.

„Sie muss neu gebaut werden“, stellt Dirk Brandenburg, zuständiger Ingenieur beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) klar. Die Frage sei nur, wann dafür Geld bereitgestellt wird. Der Ingenieur rechnet aus finanziellen Gründen nicht damit, dass es vor 2020 ein neues Bauwerk geben wird.

Für den Tourismus ist diese kleine Brücke wichtig, denn der nächste Übergang ist erst an der Stadtstraße. Der Umweg wäre zirka 800 Meter lang.

Brandenburg weiß um die Probleme. Doch ihm sind die Hände gebunden. „Die Brücke ist kein öffentlicher Verkehrsweg.“ Deshalb sei es auch kein Thema, dass das Land einen barrierefreien Auf- und Übergang baut. Denn diesen hat Brandenburg vorsorglich geplant – er hat trotz der Enge auf beiden Seiten eine Lösung gefunden. „Wir müssten 1,43 Meter Höhe überwinden.“ Das sei möglich mit einer Rampe, die spiralförmig aufgebaut werden würde. Für denkbar hält er es, dass es ein gemeinsames Projekt von Landesbehörde und Stadt wird. Dass ein Teil über Fördergelder finanziert werden kann, sofern es sich um einen barrierefreien Aufgang handelt.

Die Brücke war in diesem Jahr bereits über Wochen gesperrt. Im Frühjahr war die Kardanwelle des über 50 Jahre alten Getriebes gebrochen. Trotz der Reparatur gibt es aktuell wieder Schwierigkeiten beim Zurückfahren des Bauwerkes. Deshalb wird die Brücke zurzeit mit jedem Hochwasser bei Öffnung des Sperrwerkes zurückgefahren – und kann dann für rund zwei Stunden nicht benutzt werden. Wenn das Sperrwerk wieder schließt, wird auch die Brücke zurückgefahren.

Tourismus-Chefin Sandra Kirbis hält es für sehr bedauerlich, dass die Brücke nicht richtig funktionstüchtig ist. „Das schmälert die Attraktivität des Hafens.“ Wenn die Brücke gar nicht begehbar ist, dann bedeutet das erhebliche Einschränkungen. Als Beispiel nennt sie Segler, die die Sanitäranlagen im Vereinsheim nutzen. Liegen sie mit ihrem Schiff im Außenhafen müssen sie dann den langen Umweg nehmen. Auch auch die Besucher der Jugendherberge seien betroffen.

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