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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 01:56 Uhr

Breitband : Testphase im ersten Haus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Verbandsvorsteher Henning Ratjen hat gestern den kreisweit ersten Anschluss bekommen. Mitte November folgt die Freischaltung im gesamten Aktionsgebiet.

von
erstellt am 22.Okt.2014 | 04:45 Uhr

Mit 100 Megabit über ein Glasfaserkabel auf die schnelle Datenautobahn - für Henning Ratjen keine Utopie mehr. Der Vorsteher des Breitband-Zweckverbandes kommt als erster Steinburger in den Genuss der modernen Breitbandverbindung. Als Testperson. Gestern ist sein Internet probeweise aufgeschaltet worden. Mitte November sollen dann die anderen Haushalte im ersten Aktionsgebiet, das zehn Gemeinden um Fitzbek herum umfasst, an das Datennetz angeschlossen werden. „Dies ist ein bedeutender Moment für die ganze Region“, betonte Nikolaus Schmidt, Pressesprecher der Stadtwerke Neumünster, die das Netz für den Zweckverband bauen und betreiben werden.

Fast vier Jahre hat die Vorlaufphase bis zur ersten Freischaltung gedauert, betonte Ratjen. Jetzt sei ein guter Stand erreicht. Dies sei nur möglich gewesen durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Hier nannte er Amtsvorsteher und Gemeindetags-Vorsitzenden Clemens Preine als Mitinitiator, Hermann-Josef Thoben (Umweltministerium), der mit anderen Kieler Beamten für die Anschubfinanzierung gesorgt hat, Landrat Torsten Wendt, dessen Kreisverwaltung extrem unkompliziert unterstützt habe sowie die Vertreter der Stadtwerke Neumünster.

Einmalig im Land lobte Hermann-Josef Thoben, im Umweltministerium für die Entwicklung der ländliche Räume zuständig, den Steinburger Weg zum Breitbandausbau. Als Erfolgsgaranten nannte er zum einen Henning Ratjen, der als „Raumpionier“ viel Vorarbeit geleistet habe, und die außergewöhnliche Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft aller Beteiligten.

Landrat Torsten Wendt sieht den Kreis Steinburg durch das Glasfasernetz noch besser aufgestellt, um im Wettbewerb mit den städtischen Regionen mithalten zu können. „Das schnelle Internet ist heute eine Daseinsvorsorge wie früher die Wasser- oder Stromversorgung.“ Er ist optimistisch, dass nach diesen Erfolgen in den Steinburger Geestämtern auch die gerade angelaufene Ausschreibung für die Marschgebiete gut verläuft.

Die Stadtwerke Neumünster sind bisher ebenfalls mehr als zufrieden. Anfang 2014 haben sie den Zuschlag für die Ämter Schenefeld, Itzehoe-Land, Kellinghusen und Breitenburg erhalten, danach „haben wir extrem viel geschafft,“ so Geschäftsführer Matthias Trunk. In insgesamt vier Gebieten hätten die Stadtwerke bisher Kunden akquiriert, zusammen 2300. „Dies entspricht einer Quote von 60 Prozent und liegt damit sogar etwas über unseren Erwartungen.“ Das sei gut für die Stadtwerke, aber auch gut für die Region. Sein Unternehmen sei jetzt der größte Anbieter für Glasfasernetze in Schleswig-Holstein, zehn Prozent der Landesfläche würden abgedeckt.

Die Arbeiten in Steinburg - insgesamt sollen allein im ersten Ausschreibungsgebiet 63 Gemeinden Glasfaser erhalten – seien eine große Herausforderung, betonte Dirk Sasson, Stadtwerke-Bereichsleiter Telekommunikation. Allein 600 Kilometer Bürgersteige müssten aufgerissen werden. Doch die Bürger nähmen Bauarbeiten und das schnelle Internet gut an – denn sie wüssten, hier werde ein Bürgernetz gebaut, das nach 25 Jahren in den Besitz des Zweckverbandes übergehe. Drei Jahre rechnet Sasson noch mit den Arbeiten, dann würden alle Kunden in den 63 Gemeinden angeschlossen sein.

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