zur Navigation springen

Gleichstellung : „Terre des Femmes“-Flagge weht vor dem Kreishaus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen auch in Itzehoe. Wanderausstellung „Warnsignale häuslicher Gewalt“ eröffnet.

shz.de von
erstellt am 26.Nov.2014 | 17:08 Uhr

„Weggucken, das ist das schlimmste, was passieren kann!“, betonte Karin Lewandowski gestern im Kreistagssaal anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen.

Stolz hisste Itzehoes Frauenbeauftragte mit Akteuren aus dem Frauennetzwerk KIK, dem Autonomen Frauenhaus und der tatkräftigen Unterstützung von Volker Susemihl, stellvertretender Kreispräsident, die „Terre des Femmes“-Fahne vor dem Kreishaus. Sie eröffneten damit die Wanderausstellung „Warnsignale häuslicher Gewalt“ mit Zeichnungen der unter Pseudonym schreibenden und selbstbetroffenen Buchautorin Rosalind B. Penfold. Auch heute würden Frauen in Teilen der Welt gesteinigt, beschnitten oder zwangsprostituiert. Große Probleme insbesondere mit häuslicher Gewalt gebe es auch im Kreis Steinburg, berichtete die Gleichstellungsbeauftragte. Selbst Verdachtsfälle von Zwangsheirat seien ihr in ihrer Arbeit schon unterkommen. Durch besorgte Lehrer, die von Hilfe suchenden Schülerinnen angesprochen worden seien.

2013, erzählt sie, seien rund 1400 Frauen und über 1000 Kinder schleswig-holsteinweit in Frauenhäusern untergekommen. „Familienstreitigkeiten gehören zur täglichen Arbeit“, weiß auch Polizistin Astrid Heidorn.

Für 2014 befürchtet Lewandowski ähnliche Zahlen. Für den Kreis seien zwar noch keine Daten erfasst, doch Heike Siemsen-Bielenberg aus dem Frauenhaus Itzehoe weiß von 63 Neuaufnahmen allein in diesem Jahr zu berichten – erheblich mehr als im Vorjahr.

Andrea Bünz, die das Netzwerk KIK koordiniert, wünscht sich mehr Kenntnis und Offenheit gerade auch im Gesundheitswesen. Sie hält es für entscheidend sich zu trauen Frauen aktiv zu Fragen, ob sie von Gewalt betroffen seien, um ins Gespräch und aus der Gewaltspirale zu kommen. Diese reicht von körperlicher über psychische und sexueller Gewalt bis zu sozialer Gewalt mit Kontaktverboten oder ökonomischer Gewalt, bei der den betroffenen Frauen der Zugang zum Geld verweigert wird, berichten Sabine Bahlo und Eva Schön, Autonomes Frauenhaus. Die Ausstellung soll für erste Anzeichen einer Schieflage in der Beziehung sensibilisieren und anregen über eine „Beziehung auf Augenhöhe“ nachzudenken.

Heute ist die Ausstellung ab 18 Uhr in der St.-Cyriacus-Kirche in Kellinghusen zu sehen. Sie wandert dann am Donnerstag nach Wilster in die Gemeinschaftsschule, wo sie für Schüler und nachmittags allgemein geöffnet ist, und am Freitag ins Bürgerhaus Kellinghusen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen