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Tempo und Hormon-Alarm in der neuen Theater-Spielzeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Den Alltag hinter sich lassen und sechs Abende gute Unterhaltung genießen – das können in der nächsten Spielzeit im Theater die Abonnenten des gemischten Rings G für Sprech- und Musiktheater.

Zu Saisonbeginn nimmt das Landestheater Detmold mit Ray Cooneys Komödie „Funny Money“ Fahrt auf. Tempo ist allerdings auch gefragt, wenn man, wie in diesem Fall Henry, plötzlich feststellt, dass der Aktenkoffer statt der langweiligen Unterlagen voll ist mit anderem bedruckten Papier, nämlich mit Unmengen von Geldscheinen. Leider wird der Schatz zum echten Problem, denn der „rechtmäßige“ Besitzer hat ein vitales Interesse daran, sein Eigentum zurück zu erobern.

Auch für Bobby Child ist der Umgang mit Geld ein Problem. In Gershwins Musical „Crazy for you“ soll er ein verschuldetes Theater abwickeln, doch sein Interesse an Gewinn- und Verlustrechnungen ist schwächer ausgeprägt als sein Interesse an der hübschen Polly und am Stepp-Tanz. Kein Wunder also, dass er schon bald alle Einwohner der ehemaligen Goldgräberstadt auf der Bühne sowie die Zuschauer im Parkett mit dem Show-Bazillus infiziert.

Wer sich keine Gedanken um Geld machen muss, setzt auf andere Reichtümer. Dorian Gray, Hauptfigur in Oscar Wildes Roman, den die Burghofbühne Dinslaken in einer Bearbeitung von John von Düffel auf die Bühne bringt, kennt nichts Kostbareres als ewige Jugend und ist bereit, seine Seele dafür zu verkaufen. Während sein Äußeres strahlend schön bleibt, verkommt er moralisch durch seinen zügellosen Egoismus. Zeichen der Alterung sind allein an seinem Porträt abzulesen.

Mit dieser Regel wären vermutlich auch vier Damen mehr als zufrieden, die zufällig in der Abflughalle eines Flughafens aufeinander treffen. Leider können sie die ersten Anzeichen des Alterns an ihren Körpern ablesen: Hormon-Alarm! Die Wechseljahre sind angesagt und damit im wahrsten Sinne des Wortes „Heiße Zeiten“. Das Landestheater unterhält mit diesem Musical nicht nur weibliche Besucher.

Eine Perle im Opernspielplan präsentiert das Theater für Niedersachsen: „Fra Diavolo“, die Geschichte des Banditen Michele Pezza, geschrieben von Eugène Scribe und von Daniel François Auber in eine Musik gesetzt, die für ihre Leichtigkeit und Spritzigkeit gerühmt wird.

Ohne Orchester und Instrumente kommen drei hochkarätige A-cappella-Gruppen aus, die sich zu einem stimmgewaltigen Abend in Itzehoe verabredet haben: die unvergleichlichen Frauenstimmen von „Les Brünnettes“, die volltönenden Herrenkehlen von „Bliss“ sowie „Viva Voce“, die Formation, die inzwischen zu den unbestrittenen „Popstars der instrumentenlosen Szene“ avanciert sind. Sie alle bieten eine berauschende „Stimmflut“.
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Theaterkasse: 04821/670931, Di. bis Fr. von 10 bis 13 Uhr, oder Mail an theaterkasse@itzehoe.de.

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erstellt am 06.Aug.2015 | 15:52 Uhr

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