zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 11:24 Uhr

Unfug : Teelichter und Tomaten auf Autos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unbekannte bewerfen Fahrzeuge in der Lindenstraße: Drei Anzeigen bei der Polizei, Ermittlungen laufen.

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Der Nachtdienst im Klinikum Itzehoe war zu Ende, Ann-Marie Thode auf dem Heimweg Richtung Münsterdorf. Doch in der Lindenstraße in der Nähe des Dithmarscher Platzes flog der 24-Jährigen auf einmal ein Teelicht mit heißem Wachs auf die Windschutzscheibe. Das passierte am frühen Dienstagmorgen – nicht der einzige Vorfall an diesem Tag. Die Polizei ermittelt.

„Ich hab’ mich sehr erschrocken, es hat richtig laut gerumst. Man rechnet ja nicht damit“, schildert Ann-Marie Thode den Vorfall, der sich zwischen Tankstelle und Bäckerladen ereignete. Das Auto sei voller Wachs, das nur schwer abzubekommen sei. Die 24-Jährige erstattete Anzeige, denn so eine Aktion sei schließlich sehr gefährlich.

In diese Richtung gingen auch viele Kommentare auf Facebook: Es müsse nur einmal ein Fahrer vor Schreck das Lenkrad verreißen. Auch brennende Kerzen sollen geflogen sein. Eine Schreiberin forderte: „Die Polizei sollte dringend etwas gegen diese Kerzenwerfer tun, und zwar bevor etwas Schlimmes passiert!“ Am Dienstagabend dann noch eine andere Nachricht: Nun wurden Würfe mit Tomaten gemeldet. Das sei versuchte Sachbeschädigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, wetterte die Internetgemeinde.

„Theoretisch kann immer etwas passieren, keine Frage“, sagte Polizeisprecherin Merle Neufeld. Drei Anzeigen lägen vor: der Wurf auf Ann-Marie Thodes Auto um 6.15 Uhr, ein Wurf mit einem entzündeten Teelicht eine Viertelstunde später und eine fliegende Tomate abends um 19.30 Uhr. Polizisten seien vor Ort gewesen, hätten aber keine Teelichter gefunden. „Vermutlich kommt das aus einem der angrenzenden Häuser“, sagte die Sprecherin. Ihre Kollegen klingelten an einigen Türen, ohne Ergebnisse.

Ob die Tatbestände der versuchten Sachbeschädigung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr erfüllt sind, ist offen. Die Anzeigen gehen an die Staatsanwaltschaft, ermittelt wird weiter, Zeugenhinweise sind willkommen. Denn in jedem Fall sei es „nicht lustiger Unfug“, stellte Merle Neufeld fest. „Wo ist der Spaß dabei?“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen