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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 06:54 Uhr

Tauziehen um Neubau der Bundespolizei

vom

Bauausschuss setzt Entscheidung über B-Plan aus

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Umziehen muss die Bundespolizei in Brunsbüttel, so wie bereits die Lotsen ihren Standort verlassen und letztlich auch die Tennisplätze weichen mussten. Grund ist die Deicherhöhung unmittelbar an den Schleusen. Doch genau dies wirft aus Sicht des Brunsbütteler Bauausschusses Fragen auf, die in der Sitzung am Dienstagabend nicht beantwortet werden konnten. Leidtragende ist die Bundespolizei, für deren Neubau der Ausschuss eigentlich grünes Licht geben sollte.

Eigentlich ein Selbstgänger, wie Jörg Weimann hoffte. Der Leiter der Bundespolizei-Inspektion Flensburg, die auch für die Dienststelle in Brunsbüttel zuständig ist, verließ anschließend ebenso frustriert das Bauamt wie die Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Gebäudemangement Schleswig-Holstein. Denn der Bauausschuss mochte sich nicht zu einer Entscheidung durchringen.

Grund ist die von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) geplante Art der Deicherhöhung. Die Behörde, so Bürgermeister Stefan Mohrdieck, plane offenbar, einen Deich dort aufzuschütten, wo heute noch die Gebäude auf dem alten Schutzwall stehen, beziehungsweise dort, wo der Deich verlaufen würde. Diese Maßnahme solle 2015 beginnen.

Einmal mehr fühlt sich die Stadt von der WSV schlecht informiert. Und einfach einen aufgeschütteten Deich statt der als intelligentere Lösung empfundenen Spundwand möchten die Politiker "im vorauseilenden Gehorsam" (Bettina Jebens, FDP) nicht akzeptieren.

Zumal Jörg Weimann bestätigte, dass der jetzige Standort der Bundespolizei durch seine unmittelbare Lage an den Schleusen ideal sei - und bei einer Spundwand als Hochwasserschutz auch nicht weichen müsste.

Er machte auch deutlich, dass ein neuer Standort auf der Südseite ebenso wenig geeignet sei wie auf der - nicht zur Verfügung stehenden - Schleuseninsel. Letztlich bleibt für sein Personal nur der Umzug auf ein Teilgrundstück an der Koogstraße 108, das dem Wasser- und Schifffahrtsamt gehört.

Die Bundespolizei muss sämtliche Schiffe kontrollieren, die nicht im Schengenraum beheimatet sind. Im vorigen Jahr waren dies 17 000 Schiffe in den Brunsbütteler Schleusen. "Wenn wir da an Bord müssen, das dauert jedes Mal", erklärte Hanspeter Schwartz, Pressesprecher der Bundespolizei, auf Nachfrage. Oft müssten Kollegen im Laufschritt über die Schleusen eilen, um für die vorgeschriebenen Kontrollen an Bord zu kommen. Je weiter die Dienststelle entfernt sei, um so größer könnten Verzögerungen bei den Schiffspassagen ausfallen, hatte Weimann am Dienstag betont.

Der Ausschuss will jetzt erstmal das WSA zu seinen Plänen hören. Frühestens Ende Juni.

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