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Kirche & Gesellschaft : Taufe hüfttief im Wasser

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim großen Tauffest am Strand von Kollmar hatten alle viel Spaß: Täuflinge, Eltern und Pastoren.

„Jetzt kommen wir langsam zum Hose hochkrempeln“, schloss Pastor Günter Thomas aus Horst am Sonntagnachmittag während eines Tauf-Gottesdienstes unter freiem Himmel seine Abkündigungen. Kurz darauf bahnten sich begleitet von zahlreichen Gottesdienstbesuchern Eltern und Taufpaten von zwölf Täuflingen ihren Weg über den Spielplatz hinunter bis zum Wasser.

Dort herrschte nicht nur Hochwasser, sondern wegen des tollen Sommerwetters auch Hochbetrieb. Zusammenrücken war deshalb auf dem schmalen Strandabschnitt angesagt. Während am Strand Fotoapparate sowie Handys gezückt wurden, stieg Kollmars Pastor Frank Petrusch schon einmal in voller Montur brusttief in die Fluten der Elbe. Seine Kolleginnen aus Glückstadt und Kiebitzreihe beließen es bei einem maximal knietiefen Wasserstand.

Nach und nach wurden dann die Täuflinge, darunter auch einige Jugendliche, aufgerufen. Sie wateten ins Wasser und nahmen dabei keine Rücksicht auf nass werdende Hosen oder Röcke. Darunter waren auch drei aus dem Iran Geflüchtete. Die zurzeit teilweise noch in der Landesunterkunft in Glückstadt wohnenden Flüchtlinge wechselten ihre Konfession und traten mit ihrer Taufe durch Glückstadts Pastorin Gabriele Schinkel am Sonntag der christlichen Kirche bei.

Anschließend musste die Familie Bischof aus Krempdorf ins Wasser, um ihren Sohn Fjonn Bosse von der gut gelaunten Pastorin taufen zu lassen. Statt dem sonst üblichen Wasser aus dem Taufbecken benetzte die Pastorin die Stirn des Säuglings mit Elbwasser – was nicht nur dem Steppke gefiel. „Das ist doch richtig cool, mit Wasser aus der Elbe getauft zu werden“, sagte Vater Andreas Bischoff. Über die Presse hatte die Familie von dem Tauffest erfahren und ihren zehn Wochen alten Sohn für diese ganz besondere Taufe angemeldet. Das tolle Ereignis fand letztendlich bei allen großen Anklang. „Vielleicht wäre eine etwas intimere Taufe noch schöner gewesen, weil es am vollen Elbstrand zeitweilig doch leicht konfus zuging“, so Andreas Bischoff.

Gleich nebenan hatte Pastorin Miriam Nohr gleich acht Taufen zu bewältigen. Auch sie hatte auf ihren Talar verzichtet und sich nur ihre Stola locker über die Schultern gelegt. Sie freute sich sichtlich mit den Familien über ihre zu taufenden neuen Gemeindeglieder aus Kiebitzreihe und Umgebung. Und die waren allesamt „tapfer“, zumindest war kein länger dauerndes Babyweinen zu hören.

Nach einer halben Stunde sprach der immer noch in der Elbe stehende Frank Petrusch den Abschlusssegen und Familien sowie Besucher des Tauffestes gingen mit begeisterten Gesichtern zu dem großen, offenen Kirchenzelt zurück.

Dort hatte Günter Thomas kurz nach 16 Uhr den unter dem Motto „Ich bin vergnügt, erlöst und befreit“ stehenden Taufgottesdienst eröffnet. Die Predigt teilten sich die vier Pastorinnen beziehungsweise Pastoren und wurden dabei von Konfirmanden sowie einer Jugendband der Kirche unterstützt.

Nach dem offiziellen,festlichen Teil trafen sich alle Taufteilnehmer am Kollmaraner Strand-Grillplatz. Dort waren Tische und Bänke für die jeweiligen Familien aufgestellt worden. „Wir stellen den Grill und bieten jedem an, selbst mitgebrachtes Fleisch oder Würstchen darauf zu grillen und den feierlichen Tag gemeinsam mit uns ausklingen zu lassen“, sagte Gabriele Schinkel.

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