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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 06:07 Uhr

schneller einsatz : Taucher im Helikopter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Schwimmer wurde in der Eidermündung vermisst. Seine Leiche wurde gefunden, bevor Itzehoer Feuerwehrtaucher per Hubschrauber eintrafen. Dieser war mitten in der Stadt gestartet.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 15:01 Uhr

Aufregung an der Hindenburgstraße: Auf dem Innenhof der Feuerwache ist Montagabend der Rettungshubschrauber Christoph 42 aus Rendsburg gelandet. Er sollte zwei Taucher der Feuerwehr zur Eidermündung bringen, dort wurde ein Schwimmer vermisst. Zum Einsatz kamen die Helfer aus Itzehoe nicht mehr: Der 75-Jährige wurde tot in der Nähe der Badestelle Wesselburenerkoog gefunden. Die Polizei geht von „gesundheitlichen Problemen beim Schwimmen“ aus.

Ein Helikopter stehe nur bei wenigen Fällen im Jahr zur Verfügung, sagte Bernd Paulsen, Leiter der Tauchergruppe. Dann landet er eigentlich auf dem Sportplatz an der Gutenbergstraße. Warum er dieses Mal zur Feuerwache geleitet wurde, sei noch nachzuarbeiten, so Paulsen. „Es hat ja gut geklappt“, auch wenn zunächst ein Landeversuch auf der Brache am Coriansberg abgebrochen wurde: Zu viel Dreck wurde aufgewirbelt.

Nächstes Problem: Die Rettungshubschrauber können weniger tragen als frühere Modelle. „Wir können gar nicht so viel Material mitnehmen“, erläuterte Paulsen. Zu einem Tauchtrupp gehören eigentlich vier Einsatzkräfte: zwei Taucher, Leinenführer und Einsatzleiter. Mit dreien gehe es auch, aber schon das sei zu viel gewesen.

So konnte der bereits ausgerüstete Christian Lapp nicht mitfliegen, mit Paulsen und Jörg Rauhut stiegen die beiden erfahrensten Taucher ein. Wehrführer Peter Happe und sein Stellvertreter Achim Netzow rasten mit Leinenführer Dirk Rohde los Richtung Dithmarschen, das Taucherfahrzeug hinterher. Dort war auch der Notarzt eingestiegen, der im Hubschrauber Platz gemacht hatte. Das alles ging schnell, denn ein Teil der Tauchertruppe war ohnehin gerade für eine Besprechung zur Wache gekommen. Es ging um das neue Fahrzeug der Gruppe.

Paulsen und Rauhut hatten nur Ausrüstung für einen Einsatz an der Wasseroberfläche dabei, nicht zum Tauchen: „Da hätten wir warten müssen, bis unser Trupp voll ist.“ Doch gerade in der Hoffnung, den Mann noch an der Oberfläche retten zu können, wurde der schnellste Weg gewählt. Letztlich kam die Nachricht, dass der Tauchereinsatz nicht mehr helfen würde, etwa in Höhe Hemmingstedt. Der Helikopter landete in Wacken, dort stiegen die Retter um.

Die Eidermündung ist die Nordgrenze des Zuständigkeitsbereichs der Itzehoer, nördlich davon greifen die Taucher der Berufsfeuerwehr Flensburg ein. Doch für Paulsen zeigten sich wieder einmal die Folgen, nachdem der Rettungshubschrauber vom Hungrigen Wolf nach Niebüll verlegt wurde, die Bundeswehr nicht mehr präsent ist und der Hamburger Helikopter selten zur Verfügung steht: „Es fehlt die Luftunterstützung an der Westküste.“

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