Itzehoe : Tarifverhandlungen: Mehr Geld für Klinikmitarbeiter?

Mehr Geld, unter anderem für Pflegekräfte, fordert die Gewerkschaft Verdi vom Klinikum Itzehoe.
Mehr Geld, unter anderem für Pflegekräfte, fordert die Gewerkschaft Verdi vom Klinikum Itzehoe.

Erste Runde der Tarifverhandlungen für nichtärztliches Personal endet ergebnislos. Verdi fordert ein besseres Angebot.

von
26. Juli 2018, 05:53 Uhr

Itzehoe | Die Gewerkschaft Verdi hat zum Auftakt der Tarifverhandlungen für das nichtärztliche Personal am Klinikum ein Angebot der Klinikleitung als unzureichend abgelehnt. Vor der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag äußert die Gewerkschaft Kritik am Itzehoer Krankenhaus. Dort werde versucht, den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes „bewusst zu unterbieten“. Das Klinikum weist die Vorwürfe zurück.

Verdi fordert die Übernahme des Tarifabschlusses des öffentlichen Dienstes „der Höhe nach“ – wie in den vergangenen Runden, sagt Verhandlungsführerin Heike Maser-Festersen. Das Klinikum gehört über einen Zweckverband der Stadt Itzehoe und dem Kreis Steinburg. Verhandelt wird über die Gehälter von Pflegekräften, medizinischen-technischen Fachangestellten (MTA) und Teilen des kaufmännischen Personals – die Mehrheit der über 2000 Mitarbeitern des Klinikums und des zugehörigen Seniorenzentrums Olendeel. Aktuell gebe es eine Vergütungsdifferenz zwischen 100 und „weit über 300 Euro“. Dies sei ein „unhaltbarer Zustand“, so Maser-Festersen. „Wir reden im politischen Bereich über die Aufwertung von Pflegeberufen und über Personalnot und hier wird in einer öffentlichen Einrichtung bewusst der Tarifvertrag unterboten.“

Gewerkschaft Verdi erwartet besseres Angebot

Der aktuelle Tarifabschluss sei nicht „linear“, sagt dagegen Gunda Dittmer, Leiterin des Personalmanagments im Klinikum. Für unterschiedliche Berufsgruppen seien unterschiedliche Steigerungen erzielt worden. „Wir wollen einen einheitlichen Abschluss für unsere Beschäftigten.“ Über die Ausgestaltung sei man sich mit Verdi noch nicht einig. Einige Punkte wie zusätzliche freie Tage bei Wechselschichten und erhöhte Zuschläge für Nachtarbeit wolle das Klinikum übernehmen, sagt Dittmer. Bei den Gehältern liege man „marginal“ auseinander. Es gebe für die Differenz aus Sicht des Klinikums gute Argumente, sagt Dittmer. „Wir bieten im Bereich Fortbildung und Sozialleistungen mehr als andere.“ Zudem sei der Personalschlüssel auf den Stationen etwas höher als in anderen Einrichtungen. „Dies ist auch ein Vorteil für die Mitarbeiter.“

Heike Maser-Festersen sagt, Verdi erwarte für die kommende Woche ein verbessertes Angebot. Sonst sei „mit Aktionen“ zu rechnen. Gunda Dittmer gibt sich zuversichtlich: „Wir überlegen, wie wir zu einem guten Ergebnis für alle Beteiligten kommen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen