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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 05:23 Uhr

Wirtschaft : Tanzverbot: Wirte sind enttäuscht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die gerade beschlossene Neuregelung geht vielen Itzehoer Gastronomen nicht weit genug

Auch in Itzehoe darf zukünftig am Volkstrauertag, am Totensonntag getanzt und sogar in den morgendlichen Stunden des Karfreitags getanzt und gefeiert werden. Der Landtag hatte in dieser Woche das Tanzverbot für die sogenannten stillen Feiertage gelockert. Volkstrauertag und Totensonntag gilt es künftig nur noch von 6 bis 20 Uhr (bislang 4 bis 24 Uhr) und am Karfreitag zeitlich verschoben von 2 bis 2 Uhr (statt bislang 0 bis 24 Uhr). Betroffen sind nur Veranstaltungen, die dem ernsten Charakter der Tage nicht entsprechen. Was sagen Itzehoer Wirte und Party-Veranstalter zu der neuen Regelung für die stillen Feiertage?

Björn Conring, Cheyenne Club: „In Schleswig-Holstein wurde das Tanzverbot bislang weitestgehend locker gehandhabt im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg, wo es recht streng umgesetzt wurde. Die jetzt beschlossene Regel mit einem Tanzverbot von Freitagmorgen um 2 Uhr bis Sonnabendmorgen um 2 Uhr bedeutet eine Schlechterstellung für uns als Disco. Bisher haben wir unsere Disco in der Nacht von Karfreitag auf Sonnabend ab Mitternacht geöffnet, weil es in dieser Nacht eine hohe Nachfrage gibt. Das ist nun nicht mehr möglich. Am Sonnabendmorgen erst um 2 Uhr aufzumachen, lohnt sich nicht, und von Gründonnerstag auf Karfreitag nur bis 2 Uhr zu öffnen lohnt sich ebenso wenig. So fallen für uns zwei Öffnungstage weg. Wie wir mit dieser Situation umgehen, darauf habe ich jetzt noch keine Antwort.“

Patricia Horst, Veranstaltungszentrum Atzehoe: „Wir haben uns bislang immer an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten, indem wir an den Feiertagen nicht gerade eine Metalband gebucht und die Musik dezenter gemacht haben. Gerne hätten wir künftig auch am Karfreitag geöffnet. Das wird aber auch nach der neuen Regelung nicht möglich sein. Das ist schrecklich, denn es bedeutet einen Verlust für uns. Statt an Karfreitag am Gründonnerstag zu öffnen, lohnt sich in Itzehoe nicht, es würde keiner kommen.“

Sabri Krasniqi, Havana Bar: „Ich habe keine Diskothek, sondern eine Cocktailbar. Deswegen habe ich ohnehin nur bis 2 Uhr geöffnet. Ich veranstalte von Zeit zu Zeit auch mal Discos, die natürlich länger bis in die Nacht hinein gehen, habe das Tanzverbot aber immer berücksichtigt. Meine Veranstaltungen sind deshalb alle erst am Sonnabend vor Ostern. Wir dürfen an Karfreitag aufmachen, aber keine Tanzveranstaltungen durchführen. Das habe ich schon immer so gemacht, seit ich die Bar vor zehn Jahren eröffnet habe, und das wird auch weiter so sein.“

Heiko Arp, DJ aus Itzehoe: „Mit der neuen Regelung wird kein Veranstalter am Karfreitag seine Tore für Tanzveranstaltungen öffnen, da niemand erst um 2 Uhr anfangen möchte zu tanzen. Immerhin ist der Gründonnerstag für Kneipen teilweise gerettet. Entweder steht man zur Kirche, und der Karfreitag bleibt weiterhin von 0 bis 0 Uhr tanzfrei oder alle Feiertage sollten, wie nun auch Volkstrauertag und Totensonntag, nur von 6 Uhr bis 20 Uhr tanzfrei bleiben, so dass Wirtschaft und Kultur etwas davon haben.“

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