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Tankstellenräuber zeigt Reue – zwei Jahre Gefängnis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 21.Jan.2016 | 17:03 Uhr

Das Verfahren war bereits als ungeklärter Fall abgehakt. Weil den Räuber aber tiefe Reue plagte, ging er Monate nach der Tat zur Polizei und stellte sich. Anders wären die Beamten ihm und seinem Mittäter wohl nicht mehr auf die Spur gekommen.

Wegen besonders schweren Raubes muss sich der 24-jähriger Hamburger vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Das Urteil seines Komplizen (31) wird in einem gesonderten Verfahren verhandelt. Gemeinsam überfielen sie vor drei Jahren eine Tankstelle.

Mit dem Zug aus Hamburg angereist, klauten die Männer am Tag der Tat am Bahnhof zwei Fahrräder und radelten durch Glückstadt auf der Suche nach einem geeigneten Objekt. Mit weißen Handschuhen bekleidet sowie die Kapuzen ihrer dunklen Kleidung tief ins Gesicht gezogen, hatten sie mit Küchenmessern bewaffnet eine Tankstelle betreten. Nach einem Moment der Unschlüssigkeit stürmte der 24-Jährige hinter den Tresen, während sein Kumpan die 22-jährige Auszubildende und eine 66-jährige Rentnerin zu Boden zwang. Doch die Kassiererin machte den Räubern einen Strich durch die Rechnung. Anstatt wie ihr befohlen, die Kasse zu öffnen, drückte sie den Bewaffneten zur Seite und löste den Alarm aus. Auf der Flucht griff sich sein Mittäter die Handtasche der Rentnerin, in der sich 1  450 Euro befanden. Die Rentnerin verfolgte die auf Rädern flüchtenden Räuber in ihrem Auto, doch sie entkamen unerkannt.

Die drohenden Mindeststrafe für den 24-Jährigen von fünf Jahren konnte sein Anwalt abwenden. Nach sieben Stunden Verhandlung verurteilte Richter Emmermann den Räuber wegen gemeinschaftlich begangenen besonders schweren Raubes in einem minderschweren Fall zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte auf drei Jahre ohne Auflagen plädiert. Das Gericht indes sah Milderungsgründe vorliegen. Besonders strafmildernd wirkte sich aus, dass sich der junge Mann selbst der Polizei stellte. Die Identität seines Mittäters verriet er zwar nicht, sagte aber zu den Beamten, dass sie leicht auf ihn kommen würden, was dann auch der Fall war. Motiviert sich zu stellen habe ihn sein Sohn, mit dem seine damalige Freundin im April 2013 schwanger war. Für ihn änderte der damals Obdachlose sein Leben, absolvierte eine Langzeittherapie und beendete seine kriminelle Karriere. Heute hat er eine festen Arbeitsplatz und steht mit seinem Sohn in Kontakt.

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