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neues Buch : Tania Schlie schreibt über Autorinnen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

„Wo Frauen ihre Bücher schreiben“ mit Fotos der Schriftstellerinnen ist jetzt erschienen

von
erstellt am 27.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Tania Schlie (52) hat drei Jahre lang recherchiert – herausgekommen ist ein lesenswertes Buch. Eines, das auch vom Layout schön geworden ist. Die Glückstädterin schreibt über berühmte Schriftstellerinnen. Fotos von ihnen geben einen ganz persönlichen Eindruck in ihr Leben.

„Wo Frauen ihre Bücher schreiben“ ist der Titel der Neuerscheinung aus dem Thiele-Verlag. „Das ideale Geschenk“, sagt die Glückstädter Autorin. „Es macht so viele Türen auf.“ Damit meint sie die Anregungen, die die Leser und Leserinnen bekommen, Bücher der vorgestellten Autorinnen mal wieder zu lesen. Oder auch die Schreibenden neu zu entdecken.

36 berühmte Schriftstellerinnen stellt Tania Schlie in Kurzportraits vor – „mit einem persönlichen Schlaglicht“. Wobei es immer auch um die Schreibgewohnheiten geht. „Wann ich lebe und wie ich lebe – dies geht ein in das Schreiben“, sagt Tania Schlie aus eigener Erfahrung als Schriftstellerin.

Bei ihren intensiven Recherchen in deutscher, englischer und französischer Sprache hat sie viel gelesen. Bei den amerikanischen Schriftstellerinnen waren frühere Interviews eine Hilfe, bei anderen auch die Biografien von Fotografen, die Autorinnen ablichteten.

Interessant findet Tania Schlie: „Wie sich das Schreiben verändert hat.“ So auch die Hilfsmittel: Von Feder und Tinte hin zur Schreibmaschine und heute zum Computer. Auch die soziale Akzeptanz von Schriftstellerinnen hat sich verändert. George Sand (1804-1879) musste unter einem Männernamen schreiben, um Geld mit den Büchern verdienen zu können. Sidonie-Gabrielle Colette (1873-1954) wurde von ihrem Mann in ein Zimmer eingesperrt und zum Schreiben gezwungen. Das Buch veröffentlichte er unter seinem Namen.

Eine „Entdeckung“ war für Tania Schlie die amerikanische Kritikerin und Autorin Dorothy Parker (1893-1967). „Manchmal habe ich schallend gelacht“, sagt sie über die Recherchen. Denn Dorothy Parker war bekannt für direkte Worte. So schrieb sie in einer Theaterkritik über ein für sie langweiliges Stück und wandte sich mit persönlichen Worten an den Leser: „Wenn Sie nicht stricken können, dann bringen Sie ein Buch mit.“

Dorothy Parker musste viel schreiben. Denn sie lebte in teuren Hotels – zusammen mit ihrem Pudel. Und hier schrieb sie auch auf einer Schreibmaschine. „Sie war Gin-Trinkerin.“ Und je mehr sie gedrängt wurde zu schreiben, je mehr trank sie. Bilder zeigen sie mit rot lackierten Fingernägeln.

Diese waren auch ein Markenzeichen von Simone de Beauvoir (1908- 1986). Sie war eine Vorkämpferin der Frauenbewegung. Ihr Buch „das andere Geschlecht“ ist noch heute ein Standardwerk. Geschrieben hat die Französin ihre Bücher in Cafés.

Dies tat auch Nathalie Sarraute (1900-1999). Ihr Ort war das Café eines Libanesen. Dort ging sie jeden Morgen von 9.15 bis 12.15 Uhr hin und arbeitete.

Katharine Anne Porter wiederum war eine ruhelose Autorin. „Eine gepflegte Frau, die Pech mit den Männern hatte“, sagt Tania Schlie. Der Roman „Narrenschiff“ machte sie wohlhabend. Am liebsten schrieb sie in den frühen Morgenstunden.

Ein Anliegen war es Tania Schlie die deutsche Autorin Christa Wolf (1929-2011) mit aufzunehmen. Was die Glückstädterin an ihr beeindruckte: „Das Uneindeutige. Es gehört Mut dazu zu sagen: Das weiß ich nicht. Diese Haltung mag ich sehr.“

Und sie durfte nicht fehlen: Astrid Lindgren (1907-2002). „Diese Lebenslust, die finde ich toll.“ Die schwedische Kinderbuchautorin habe bis ins Alter eine Leichtigkeit besessen. „Astrid Lindgren schrieb ihre Bücher vormittags im Bett, noch im Nachthemd.“

Das Buch „Wo Frauen ihre Bücher schreiben“ mit einem Vorwort von Elke Heidenreich ist im Thiele-Verlag erschienen und kostet im Buchhandel 25 Euro. ISBN-978-3-85179-194-5.

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