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Tagespflege wird Alternative zum Kindergarten

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erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

KELLINGHUSEN | Dickes Lob in der Ratsversammlung für den Kreis: "Klasse" würdigte Marcus Wack (BFK) dessen Initiative zur "Förderung von Kindern in Kindertagespflege im Kreis" und sprach damit für alle Ratsmitglieder. Wack unterstrich zudem, dass mit der "Zwergenhöhle" vor Ort seit geraumer Zeit ein ähnliches Tagespflege-Modell erfolgreich arbeite. Zuvor hatte Fachbereichsleiter Jürgen Rebien vom Amt Kellinghusen die Politiker über das Kreisvorhaben ins Bild gesetzt.

Auf die Tagesordnung der Ratsversammlung gelangt war der Punkt als Dringlichkeitsantrag. Die Störstadt gab als letzte Kommune im Amt grünes Licht für die Unterzeichnung des Regelwerks mit dem Kreis. Sputen mussten sich die Kellinghusener, weil das neue Angebot bereits am 1. August starten soll. Auf Antrag der SPD wurde im einstimmig gefassten Beschluss außerdem festgehalten, dass das "Zwergenhöhle"-Modell mit einer koordinierten Tagespflege erhalten bleiben soll.

Rebien zeigte sich erleichtert über das Votum: "Nur über die Tagespflege erreichen wir die gesetzlich festgelegte Quote", erklärte er. Kellinghusen habe laut Quotenberechnung derzeit zwar genug Plätze, möglich sei dies aber nur unter Einbeziehung von Einrichtungen wie der "Zwergenhöhle" mit einem Tagespflege-Angebot. Gerade auf letzteres würden die Kommunen zukünftig zunehmend angewiesen sein, sagte der Fachmann. Im Gegensatz zur steigenden Nachfrage sei die Zahl der Tagespflegepersonen - nicht zuletzt aufgrund der "wenig guten" Attraktivität dieser Tätigkeit - in letzter Zeit aber immer weiter geschrumpft.

An dieser Stelle setze das Kreismodell mit einer Verbesserung von Qualifikation und Bezahlung an, so Rebien. So könne die Tagespflege eine gute Alternative zu den Kitas werden, ohne jedoch die Betreuung dort in Frage zu stellen. Es sei sogar vorstellbar, Tagespflege dort anzudocken. "Auf diese Weise können Spitzen abgefedert werden, ohne das Angebot kostenträchtig ausweiten zu müssen." Neben der "Kombibetreuung" mit der Tagespflege als selbstständiges Konstrukt neben der jeweiligen Einrichtung, könne die Tagespflege auch in Gruppen oder wie gehabt im häuslichen Umfeld der Tagespflegeperson offeriert werden. Durch die kommunale Förderung der Tagespflege werde nicht nur der Rechtsanspruch der Eltern gesichert. "Das Modell trägt außerdem zu einer vielfältigen Betreuungslandschaft im Amtsbereich Kellinghusen bei", stellte Rebien fest. Damit alle die Tagespflege in Anspruch nehmen können, soll die Gesamtkostenfinanzierung ähnlich wie bei den Kindertagestätten geregelt werden. Für Kommunen wie Eltern bedeutet dies eine Kostenbeteiligung von 1,10 Euro pro Betreuungsstunde und Kind, der Kreis ist mit 70 Cent bis 1,50 Euro dabei.

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