Spielzeug : Tag der offenen Tür bei Toys Company

Putzt den Puppenwagen: Lone Schulze.
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Putzt den Puppenwagen: Lone Schulze.

Mitarbeiter laden am Donnerstag, 26. Juni, von 10 bis 18 Uhr große und kleine Besucher zu einem bunten Rahmenprogramm am Wall 2 in Glückstadt ein

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24. Juni 2014, 05:00 Uhr

Das Lager gleicht einem Kinderparadies: Spielzeug, so weit das Auge reicht. In der Werkstatt sieht es ähnlich aus. Puppen, Spiele, Kinderbücher und vieles mehr stapelt sich, um neuen Glanz zu bekommen. Damit Groß und Klein einen Einblick bekommen, wie es bei Toys Companie am Wall 2 aussieht, sind Interessierte am Donnerstag, 26. Juni, von 10 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Es wird an diesem Tag ein großes Rahmenprogramm innen und auf dem ehemaligen Schulhof geboten: unter anderem Torwandschießen, Dosenwerfen, Sackhüpfen, Apfel aus dem Wassereimer essen, Nägel einschlagen, Basketball-Zielwerfen und Tischfußball. Außerdem gibt es Musik und Unterhaltung, Kinderschminken und eine Tombola. Grillwürstchen, Kaffee und Gebäck sowie Kaltgetränke stehen bereit. Zudem können alle Räume von Toys Company in der ehemaligen Stadtschule am Wall besichtigt werden. Alles unter dem Motto: „Wir lassen Kinderherzen höher schlagen.“

Das Fest haben die 40 Mitarbeiter entwickelt. „Alle haben engagiert an den Vorbereitungen teilgenommen“, sagt Projektleiter Marco Junge (45). „Das macht Spaß, die Eigenmotivation ist super. Und ich würde mich für die Mitarbeiter freuen, wenn es ein Erfolg wird.“

Die Chance, dass die Bevölkerung die Räume so zu sehen bekommt, besteht bei diesem Fest letztmalig. Denn die Toys Company muss demnächst ausziehen, weil die ehemalige Schule – einst Gymnasium, später Förderschule – abgerissen wird (wir berichteten). Ziel ist aber, das die Dekra als Arbeitgeber in Glückstadt bleiben will. Die Stadt hat ihre Hilfe beim Suchen von neuen Räumen – 400 Quadratmeter – bereits zugesagt.

Thomas Böhme gehört zu den Mitarbeitern, die den Tag der offenen Tür planen. Der gelernte Buchhändler berät Kunden und ist zuständig für die Werbung. „Wir wollen uns auch wegen der Eltern präsentieren“, sagt der 48-jährige Glückstädter.

Das Prinzip ist: Bürger spenden ausgebrauchtes Spielzeug an die Toys Company. Die Mitarbeiter dieses und machen es wieder so flott, dass es an Bedürftige weitergegeben werden kann. „Es gibt aber eine Schwellenangst“, sagt Böhme. Denn so manche Bürger würden den Weg an den Wall scheuen, weil sie nicht erkannt werden wollen, meint der 48-Jährige. Harz IV-Empfänger können sich Scheine beim Job-Center und bei der Stadt abholen und diese bei Toys Company in Spielzeug einlösen.

Seit sechs Jahren werden bei dem Toys Company-Projekt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Kooperationsprojekt der DEKRA Akademie GmbH und dem Jobcenter Kreis Steinburg beschäftigt. Die Langzeitarbeitslosen organisieren ihre Arbeit weitgehend selbst und durchlaufen die Bereiche Verwaltung, Einkauf, Vertrieb, Werkstatt, Lager und Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, die vorhandenen Arbeitsfähigkeiten zu stärken. Die Mitarbeiter sind sozusagen in einer „Modellfirma“ beschäftigt, die nach realen Bedingungen eines Wirtschaftsunternehmens funktioniert. Der Unterschied: Dieses Unternehmen macht keine Gewinne.

Das wieder hergerichtete Spielzeug wird auch an soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Kinderheime, Kinderdörfer, Jugendzentren, Frauenhäuser, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäuser abgegeben.

Wer spenden möchte, kann Puppen, Spiele und anderes direkt am Wall abgeben oder in spezielle Sammelboxen stecken.

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