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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 22:54 Uhr

Helfer gesucht : Tafel arbeitet am Limit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Viele Menschen kommen ohnehin. Jetzt sind es auch noch immer mehr Flüchtlinge bei der Itzehoer Tafel. Die will reagieren und braucht Hilfe.

Sie kommen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea oder dem Iran. Die Flüchtlinge strömen ins Land, und sie brauchen Hilfe auf allen Ebenen – auch bei der Versorgung mit Essen. Für die Itzehoer Tafel sei das eine große Belastung, sagt Dr. Antoinette Deister. Neue Angebote sind geplant, um den Andrang bewältigen zu können. Helfer sind dringend gesucht.

Es kämen viele Menschen mit zum Teil schrecklichen Geschichten, sagt Antoinette Deister. „Das geht auch mental an unsere Grenzen“, denn viele dächten, bei der Tafel werde alles für sie geregelt. Die Lebensmittel seien ihnen oft fremd, und die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums zu erklären, sei eine Herausforderung: „Die Kommunikation ist ganz schwierig.“

Dennoch helfen Flüchtlinge auch ehrenamtlich mit, als Gegenleistung bekommen sie ihre Lebensmittel, ohne sich in die Schlange stellen zu müssen. „Das ist auch eine Form von Integration“, sagt Andrea Ahmling. Die Arbeit aber ist kaum noch zu schaffen: Mehr als 500 Menschen mit ihren Familien sind inzwischen berechtigt, zur Tafel zu kommen. Offen ist dabei immer, wer wann kommt, aber 200 Kunden seien es regelmäßig am Freitag, dem Haupttag für die Ausgabe. „Und es wird jede Woche mehr“, sagt Andrea Ahmling. Freitags sei nun schon vier Stunden bis 15 Uhr geöffnet, „das ist grenzwertig für viele Mitarbeiter“.

Die Idee ist, ab Februar zwei komplette Ausgabetage anzubieten. Bisher gibt es mittwochs ab 16 Uhr nur Obst, Gemüse und Backwaren. Mit einer Erweiterung auf zwei volle Ausgabetage könne jedem Kunden ein Tag zugeordnet werden, so Antoinette Deister. Da viele junge Flüchtlinge kämen, werde auch überlegt, Ältere oder Alleinstehende bevorzugt zu bedienen: „Sonst kommen sie gar nicht mehr, wenn es immer mehr werden.“ Doch diese Pläne bedeuten noch mehr Arbeit, deshalb muss das derzeit 80-köpfige Helferteam noch weiter wachsen: „Wir brauchen vor allem Fahrer“, sagt Andrea Ahmling. Um die Menschen zu versorgen, müssten die drei Autos noch mehr unterwegs sein, die die gespendeten Lebensmittel in den Märkten der Region abholen.

Bei der Ausstattung hat die Tafel weitere Fortschritte gemacht, zuletzt kam dank der Lidl-Stiftung eine Spülmaschine für Lieferkisten hinzu. Finanziert werde die Arbeit ausschließlich aus Spenden, sagt Andrea Ahmling. Der Lions-Club Itzehoe spendete speziell für Weihnachtsgeschenke für Kinder, die Umsetzung übernehmen die Ehrenamtler, unter anderem mit dem Erstellen von Zetteln in verschiedenen Sprachen. Viel Hoffnung gilt auch wieder der Tombola auf dem Weihnachtsmarkt: Am zweiten Advent steht die Tafel vor dem Stadtmanagement.
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Kontakt: Klaus Jansen, 04821/75375, klaus-jansen@kabelmail.de; Antoinette Deister, 04821/40173, antoinette.deister@web.de; Andrea Ahmling, 04893/240, ha.ahmling@online.de.

 

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erstellt am 19.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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