Swingsyndikat lädt zum Mitmachen ein

Spielten Swing (von links):  Nicolo Kramer, Stephan Runge, Andreas Krause und Rüdiger Fock.   Foto: Krüger
Spielten Swing (von links): Nicolo Kramer, Stephan Runge, Andreas Krause und Rüdiger Fock. Foto: Krüger

shz.de von
08. November 2012, 03:59 Uhr

Glückstadt | Der Verein "Jazz in Glückstadt" arbeitet an einer neuen Veranstaltungsreihe. Künftig soll alle zwei bis drei Monate eine öffentliche Jam-Session im Ratskeller stattfinden. "Es gibt zwar eine ganze Reihe von Jazz-Musikern im Bereich der Stadt, doch fehlte bislang eine regelmäßige Auftrittsmöglichkeit vor Ort. Dies soll sich nun ändern", sagt Vereinssprecher Nicolo Kramer.

Auf der nächsten Veranstaltung am 5. Dezember ab 20 Uhr wird zunächst das Swingsyndikat als "Hausband" vor Ort sein und hofft auf zahlreiche aktive Musiker, gern auch Sängerinnen und Sänger, die in die Session einsteigen. Klavier, Schlagzeug und Gesangsanlage werden im Ratskeller zur Verfügung stehen. Für Einsteiger und Vereinsmitglieder ist der Eintritt frei, für alle anderen beträgt er fünf Euro.

Beim jüngsten Konzert im "Ratskeller" kamen rund 100 Gäste. Diese begrüßte Nicolo Kramer mit dem Zitat aus einer satirischen Enzyklopädie über Jazz: "Jazz entsteht dann, wenn mehr oder weniger professionelle Musikinstrumente in die Hände von Menschen fallen, deren musikalischer Anspruch nicht von ihrem Talent erreicht wird. Da Jazz im Allgemeinen in der Gruppe erzeugt wird, entsteht eine makropsychologische Rückkopplung, bei der sich sämtliche Beteiligten gegenseitig versichern, ihr Machwerk klinge ausgezeichnet. Zufällig anwesendes Publikum wird oft in diesen Effekt einbezogen."

Dass die Musikinstrumente Piano mit Dr. Rüdiger Fock, Bass mit Stephan Runge, Schlagzeug mit Andreas Krause und Holzblasinstrumente mit Nicolo Kramer in die richtigen musikalischen Hände gefallen sind, bewiesen die vier Herren mit über 100 Jahren Musikerfahrung dem mitswingen Publikum. Bewusst wurde an diesem kalten Tag auf den sonst üblichen Start mit "Summertime" verzichtet, stattdessen begann die Musiker mit "Oh, lady be good" von George Gershwin.

Nicolo Kramer sagte nicht nur die Titel an, sondern hatte auch dazu mache kuriose Geschichte parat. "Lullaby of birdland" wurde als Auftragsarbeit 1949 zur Eröffnung des Jazzclub "Birdlan" am Broadway in New York City komponiert. Der Club war benannt nach Charlie "Yard-Bird" Parker, der es im Laufe seiner ruinösen Karriere schaffte, dortselbst bei dem nach ihm benannten Club ein Auftrittsverbot zu erhalten!"

Den Titel "Sing-Sing-Sing" von Louis Prima (1936) hatte Gast Harro Duis wohl als Aufforderung verstanden. Zum Schuss des regulären Programms bedankte sich im Namen des Publikums für den Auftritt und stimmte dann mit den Musikern zusammen ganz spontan Louis Primas Hit "Buona Sera Signorina" an. Nach drei weiteren Zugaben der Band endete das Konzert kurz nach Mitternacht mit dem Louis-Armstrong-Klassiker "What a wonderful world".

www.jazzinglueckstadt.de

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen