zur Navigation springen

Besonderer Geschmack : Susländer: Schweine mit Philosophie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Susländer Schweine kommen aus dem Kreis Steinburg. Die Besonderheit ist die Fütterung. Dadurch erhält das Fleisch einen guten Geschmack. Unternehmer Wilhelm Ahrens koordiniert das Produkt von der Geburt der Ferkel bis zur Vermarktung.

Wilhelm Ahrens setzt auf eine ganzheitliche regionale Produktion. Gemeinsam mit seinen Partnern kümmert er sich um das Fleisch, das Futter, die Haltung, die Schlachtung und die Vermarktung. „Wir kennen uns. Wir vertrauen uns. Wir alle sind Susländer“, erklärt Wilhelm Ahrens.

„Unser Ziel besteht darin, ein Lebensmittel zu erzeugen, das dem Menschen Freude am Leben vermittelt – einfach den vollkommenen Genuss. Das ist kein einfaches Nahrungsmittel.“ Unternehmer Wilhelm Ahrens ist stolz auf sein Erzeugnis. Seit über 25 Jahren hat sich der Metzgermeister und Diplom-Kaufmann der Herstellung eines ganz besonders delikaten Fleisches verschrieben – dem Susländer Schweinefleisch. Um dieses Produkt zu erhalten, wird zunächst viel Arbeit und Zeit in die Züchtung und Mast der Schweine gesteckt, die den Namen „sus-agnatum“ tragen.

„Ausgedacht hat sich den Namen mein ehemaliger Partner und Mentor Freiherr Wolf von Tucher und er bedeutet so viel wie Schwein aus gutem Hause“, erzählt der 64-jährige Kollmaraner. Mit von Tucher habe er seit 1984 gemeinsam an der Entwicklung der speziellen sus-agnatum Schweinemast gearbeitet. Dabei deckt der inzwischen rein regionale Kreislauf die komplette Produktionskette ab. Angefangen von der Futtermittelherstellung über die spezielle Haltung, die Schlachtung und den Vertrieb. Das Herzstück bildet beim Susländer Fleisch die Ernährung der Tiere, denn hierin liegt der Schlüssel des besonderen Geschmacks. „Wir wollten gesundes Fleisch, das nach Fleisch schmeckt – ohne Zusatzstoffe, ohne Antibiotika“.

Das Geheimnis liegt unter anderen in der sehr geringen Verwendung von Getreide. Nur etwa 20 Prozent werden der speziellen Mischung beigegeben, was dazu beiträgt, dass auf Susländer-Höfen der typische Gülle-Geruch entfällt. Stattdessen setzt Ahrens auf ausgeklügelte Aminosäure- und Fettsäuremuster mit viel Erbsen und reichhaltigem Kokos-und Palmkernfett. Einmal wöchentlich wird in den Mühlen von Trede & von Pein und Hermann Haars dieses exklusive Futter hergestellt. „Es ist einfach falsch, dass die Rasse eine Rolle für den Geschmack spielt. Verantwortlich dafür ist ausschließlich das Futter“, betont Ahrens nachdrücklich.

Auch die Haltung der Tiere spiele eine besondere Rolle, wobei alle Höfe zwangsläufig Kombibetriebe mit Sauen, Ebern und Ferkeln seien, um einen geschlossenen Kreislauf zu gewährleisten. „Den Tieren gerecht zu werden, bedeutet etwas anderes, als sie artgerecht zu halten. Bei uns steht das Tierwohl immer an erster Stelle, ohne dabei romantischen Vorstellungen zu erliegen. Wir sind keine Ideologen, wir sind Realisten“, stellt Wilhelm Ahrens klar.

Er kann es nicht leiden, wenn über die Medien ein Bild forciert wird, in dem glückliche Schweine namens Sieglinde fröhlich auf der Weide traben, abends einen liebevollen Klaps auf den Schinken bekommen und mit ihren Ferkeln im Stroh toben. „Diese Bilder sind völliger Humbug und haben mit der Realität nichts zu tun. In Wirklichkeit mögen die Schweine ihre so genannten Selbstfangbuchten, weil sie dort einfach ihre Ruhe haben. Auch die Haltungssysteme im Abferkelbereich sehen für den Laien ziemlich eng aus, was jedoch wiederum den Sinn hat, die Ferkel vor dem Gewicht ihrer Muttersau zu schützen, die sie ansonsten zerquetschen würde.

Sechs Höfe konnte Ahrens inzwischen für seine sus-agnatum-Mast gewinnen. Trotz des Mehraufwandes haben sich Christian Schmidt aus Kollmar, Susanne Lühr aus Herzhorn, Klaus Mangels aus Horst, Harold Siemen aus Dammfleth und die Betriebsvereinigung Porky Top aus Tarp von dem Konzept überzeugen lassen.

„Die Tiere fühlen sich bei uns sauwohl und ich kann bestätigen: Das Fleisch ist wirklich 1A“, sagt Landwirt Christian Schmidt, dessen Vater Hans-Hartwig sich als erster für die sus-agnatum-Zucht entschied. Schmidt schafft mit seinen rund 140 Tieren drei Umläufe im Jahr, was bedeutet, dass der Kreislauf von Sauen, Ferkeln und Mastplätzen dreimal durchlaufen wird. „Und alles ohne nennenswerte Ausfälle”, betont Schmidt.

„Die Tiere sind einfach unglaublich gesund, robust, aufmerksam und hellwach – das sieht man schon an den Augen“, fällt Ahrens ein, der während des Gesprächs immer wieder mit den Jungtieren spricht und spielt.

Geschlachtet werden die Tiere von jeher in dem Familienbetrieb Fülscher Fleisch KG in Seestermühe, so dass die Tiere maximal 25 Kilometer Strecke zurücklegen müssen. Auch die Vermarktung des Fleisches ist regional angesiedelt und wird von der Hamburger Peter Wendt GmbH übernommen, das die Susländer Schweinehälften zerlegt und im norddeutschen Raum anbietet. So auch in Glückstadt.

Einziges Manko für den Verbraucher: Da sich die Mehrkosten für die Aufzucht eines Schweins auf etwa 32 Euro pro Tier belaufen, liegt der Kilopreis des Fleisches etwa 50 Cent höher.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen