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Parken in Itzehoe : Supermärkte kämpfen gegen Dauerparker

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehrere Itzehoer Geschäfte führen Parkscheiben-Pflicht und Strafen von bis zu 20 Euro auf ihren Parkplätzen ein. Einige Kunden sind verärgert.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2016 | 08:00 Uhr

Das Einkaufszentrum am Langen Peter werde er nicht mehr aufsuchen, schreibt ein Quarnstedter verärgert an unsere Zeitung. Als er von seinem ersten Einkauf in dem kürzlich neu eröffneten Markt zurückkehrte, fand er an seiner Windschutzscheibe eine Zahlungsaufforderung über 15 Euro – weil er vergessen hatte seine Parkscheibe ins Auto zu legen. Wer bei Edeka und Aldi am Langen Peter parkt, ist dazu verpflichtet. Schilder weisen die Kunden darauf hin, dass sonst ein Knöllchen droht – auf Itzehoer Supermarktparkplätzen seit Neustem kein Einzelfall. Auch andere Aldi-Märkte, beispielsweise in Wellenkamp, sowie der Penny-Markt an der Großen Paaschburg haben entsprechende Schilder aufgestellt. Beim Netto-Markt an der Brunnenstraße ist die Parkscheibe schon lange Pflicht.

„Wir haben uns aus der Not heraus für das Parkscheibensystem entschieden, weil wir hier zum Beispiel eine Schule und den Klosterforst haben“, sagt Edeka-Geschäftsführer Jan Frauen. „Wir wollen Parkplätze für unsere Kunden freihalten, das halte ich für legitim.“ Dauerparker, die nicht zum Einkaufen kommen, sollen es so schwerer haben: Die Höchstparkdauer ist auf zwei Stunden begrenzt.

Die Idee stammt vom benachbarten Aldi-Markt. Das Unternehmen nutzt das Parkscheiben-System bereits auf mehreren Parkplätzen deutschlandweit. Eine Firma aus Nordrhein-Westfalen übernimmt die Kontrolle – und das laut dem genervten Quarnstädter äußerst streng. Um 12.15 habe er das Auto verlassen. Die Zahlungsaufforderung sei um 12.23 ausgestellt worden. „Ein netter Hinweis des Ordnungsdienstes wegen der fehlenden Parkscheibe wäre besser angekommen“, sagt er.

Im Internet lassen mehrere Autofahrer ihren Frust über die zuständige Firma „PRS Parkraum Service“ aus. „Am liebsten würden wir gar nichts Vergleichbares machen, aber man muss sich gegen das Zuparken wehren, sonst ist da Wildwest“, sagt Frauen. 5000 Parkscheiben habe er nach der Eröffnung verteilt, um auf das Konzept aufmerksam zu machen.

Auch der Penny-Markt an der Großen Paaschburg hat vor Kurzem ein ähnliches System eingeführt. Dort habe es laut Sprecherin Katrin Meyer mehrere Beschwerden über Fremdparker gegeben. Dort kontrolliert die Firma „Fair Parken“, ebenfalls aus Westfalen.

Kunden des Netto-Markts an der Brunnenstraße, direkt neben dem Holstein-Center, müssen schon seit mehreren Jahren ihre Parkscheibe ins Auto legen. Im Gegensatz zu den anderen Märkten ist bei Netto die Stadt für die Kontrolle der Parkscheiben zuständig – und macht regelmäßig Parksünder ausfindig.

Jan Frauen hat seit der Eröffnung seines Marktes am 9. November zwei Beschwerden erhalten. In einem Fall erstattete er die Strafgebühr zurück. An dem Konzept halte er jedoch fest, weil es schlichtweg keinen anderen Weg gebe, um Fremdparker fernzuhalten.

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