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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 08:01 Uhr

Glückstadt : Superfete mit Rock-Rentner

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Disc-Jockey Mike wird am Wochenende wieder sein Kult-Programm im Tivoli auflegen.

Eigentlich war er schon in Rock-Rente, nun tritt er aber noch einmal ans DJ-Pult. Der Glückstädter Disc-Jockey Michael Jahnke (71) alias DJ Mike legt trotz seines fortgeschrittenen Alters wieder sein Rock-Programm im Tivoli auf. Am Sonnabend, 21. Mai, ab 20 Uhr steigt die „Superfete im Tivoli“ mit der von dem Künstler gewohnten Musik der 60er, 70er und 80er Jahre, die heute in Diskotheken kaum noch gespielt wird. Vor allem den Älteren ist er noch aus den 1960er und 1970er Jahren als DJ im Glückstädter Tivoli und dem Elmshorner Western-Saloon bekannt. Nachdem er mit 65 und 70 bereits zwei erfolgreiche DJ-Comebacks angetreten hatte (wir berichteten), wollte er eigentlich erst in vier Jahren mit 75 wieder antreten. Nach seinem Auftritt im Tivoli im Mai vergangenen Jahres mit ausverkauftem Saal kamen aber viele Gäste zu ihm und versuchten ihn zu überzeugen, früher weiter zu machen. „Da habe ich mich breitschlagen lassen“, sagt Jahnke, und nun kribbelt es ihm wieder unter den Fingern.

Aber er hat noch mehr Gründe, sich bereits 2016 wieder hinter das DJ-Pult zu stellen. In diesem Jahr feiert er sein 50-jährigen DJ-Jubiläum. „Ich habe 1966 mit 21 Jahren erstmals im UdL (Unter den Linden) aufgelegt“, erzählt er. Und: Auf Zetteln hatten im vergangenen Jahr viele Gäste ihre Musikwünsche aufgeschrieben und bei ihm eingereicht. „Die schaffte ich aber nicht, alle zu spielen, und nahm sie mit nach Hause. Als ich sie mir angesehen hatte, fiel mir auf, dass ich alleine daraus schon wieder ein neues Programm erstellen kann.“ So will er das auch dieses Mal machen. „Darüber hinaus nehme ich einen ganzen Haufen an neuen Scheiben mit“, kündigt er an.

Er will den heutzutage fast vergessenen Liedermacher Donovan – damals ein Pendant zu Bob Dylan – ebenso wieder hervor kramen wie Roy Orbisons „There won’t be many coming home“ aus dem Tarantino-Film „The hateful eight“. Nachdem er den Western im Kino gesehen hatte, fand er den Song in Utrecht auf dem Flohmarkt. Dorthin fährt er jedes Jahr extra einmal, um Platten einzukaufen, die es sonst so nicht mehr gibt. Und auf seinem Wunschzettel stehen weitere Klassiker wie etwa Leonhard Cohens „First we take Manhattan then we take Berlin“, den er aus Zufall in Porto auf dem Flohmarkt gefunden hat. In seinem Programm tauchen natürlich auch viele einstige Musik-Größen auf. „Ich spiele sie gleich im Dreier-Pack wie David Bowie, Jefferson Airplane oder Prince-Songs.“ Auch beim Plattenauflegen ist DJ Mike Traditionalist, benutzt 15 Jahre alte „Technics“-Plattenspieler. „Die funktionieren wunderbar.“ Die Herausforderung ist es, damit per Hand die Übergänge hinzubekommen. Einige Songs gibt es nur auf Longplayern, andere wurden als Teil I und Teil II auf beiden Seiten von Singles veröffentlicht, wenn das Stück für eine Seite zu lang war. Da muss er entweder die Single zwei Mal haben, um einen sauberen Übergang hinzubekommen oder zwischendurch sprechen, während er die Scheibe umdreht. Bei nur ganz wenigen Ausnahmen arbeitet er mit dem CD-Player. „Etwa 80 Prozent meiner Musik stammen von der Vinyl-Platte.“ Früher hatte er 3500 Platten dabei, „heute habe ich es auf 1200 Stück reduziert.“ Denn die muss er ja auch erst einmal auf das DJ-Pult schleppen.

Nun heißt es im „Tivoli“: „Rock on“, denn „Rock never dies“. Zu seinem Auftritt haben sich viele Gäste angekündigt, auch von außerhalb Glückstadts, aus Ratzeburg, Hannover, Celle und Elmshorn.

> Termin: „Superfete im Tivoli“ mit DJ Mike, 21. Mai, 20 Uhr; Eintritt: Abendkasse sechs Euro.

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