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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 16:51 Uhr

Glückstadt : Super Wasser kommt aus der Leitung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In vielen Teilen des Landes gibt es Probleme mit Pestiziden im Trinkwasser. Der Stadtwerke-Chef erklärt, warum das in Glückstadt nicht so ist.

von
erstellt am 30.Jun.2015 | 12:00 Uhr

„Unser gutes, frisches Wasser kann mit Tafelwasser konkurrieren“, sagt Karl-Heinz Jacobs. Der Stadtwerke-Chef ist stolz auf das „hervorragende Wasser“, welches er den Glückstädtern liefern kann.

Die Probleme, die es in anderen Bereichen in Schleswig-Holstein gibt (wir berichteten), die hat er nicht. „Darüber sind wir glücklich.“ Denn das Frischwasser, welches die Glückstädter trinken, kommt aus dem Wasserwerk Krempermoor. Das Gebiet ist seit Anfang der 90er Jahre zu einem rund 200 Hektar großen Wasserschutzgebiet eingerichtet worden – mit einem erheblichen Aufwand.

„Wir haben dort keine Probleme mit Pestiziden“, sagt Jacobs. „Denn sie kommen nicht ins Trinkwasser, weil sie nicht in den Untergrund kommen.“ Das Wasser befindet sich abgekapselt tief im Erdboden. Es läuft vom Geestrand herunter durch Marsch- und Moorbereiche. In Kremperheide sammelt sich das Wasser in den unteren Schichten und wird über Brunnen gefördert.

Dass keine Pestizide ins Erdreich kommen, hat allerdings seinen Preis: „Die Landwirte bekommen eine Entschädigung dafür, dass sie weniger Dünger aufbringen dürfen und somit weniger Erträge haben.“

Diese Kosten übernehmen zunächst die Stadtwerke. Sie bekommen sie aber vom Land zurück. Und zwar über den Wassergroschen, der 1994 eingeführt wurde. Der „Wassergroschen“ heißt offiziell Grundwasserabgabe. Die Stadtwerke zahlen elf Cent pro Kubikmeter Wasserentnahme an das Land. Diese Abgabe reduziert sich dann durch die Kosten, die an die Landwirte gehen. Dadurch entsteht den Stadtwerken kein finanzieller Schaden. Die Landwirte selbst müssen Buch führen über das, was sie auf die Felder bringen und werden vom Pflanzenschutzamt kontrolliert. Dort müssen die Bauern auch melden, was sie auf die Felder bringen wollen.

1,1 Millionen Kubikmeter Frischwasser werden jährlich gefördert und verbraucht. Beliefert werden nicht nur die Glückstädter, sondern auch Dörfler, die entlang der Wasserleitung wohnen. Diese führt von Krempermoor, Beidenfleth, Borsfleth über die Blomesche Wildnis nach Glückstadt.

Bis 1936 haben die Glückstädter ihr Wasser hauptsächlich aus der Elbe geholt. Das Wasser wurde damals über einen Sandfilter in den Becken der heutigen Badeanstalt gefiltert und über Dampfmaschinen zum Wasserturm hochgepumpt. Teilweise wurde damals das Wasser auch noch aus dem Fleth geholt .

Doch mit dem Bau der Kasernenanlage gab es für die Stadt 1936 auch die Auflage, für frisches Trinkwasser zu sorgen. Nicht nur die Soldaten kamen dann in den Genuss, sondern auch die Bevölkerung.

 

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