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„Super durchdacht“: Barrierefreier Reisebus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Es ist ein bisschen hakelig, bis der Rollstuhl auf der Rampe platziert ist, doch dann geht alles ganz einfach: Die Hebebühne fährt mit Rosel Schröder nach oben, dort wartet schon ihr Mann Bernd und hilft, den Rollstuhl von der Rampe zu holen und am Fenster zu parken. Wenn der Bus zu einer Fahrt starten würde, müsste das Gefährt jetzt noch in den Schienen am Boden verschraubt werden und Rosel Schröder einen speziellen Sicherheitsgurt anlegen. Doch diesmal geht es nur ums Gucken. Extra dafür ist das Ehepaar aus Klein Offenseth-Sparrieshoop angereist.

Marita Brunswik (Soziale Dienste), Annelie Heydorn (Sozialverband VdK) und Günter Seligmann (MS Gesellschaft) haben den behindertengerechten Reisebus der gemeinnützigen Stiftung MenschMobil nach Itzehoe geholt. „Wir wollen uns den mal ansehen“, sagt Rosel Schröder. Sie gehört zur Elmshorner Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe. „Wir machen öfter Ausflüge.“

Annelie Heydorn hat ihre erste Fahrt mit dem Bus schon hinter sich und schwärmt: „Das ist ein ganz tolles Ding!“ Man könne entweder im Rollstuhl sitzen bleiben – „sogar mit Fensterplatz“ – oder auf einen der Sitze wechseln. Bei Bedarf könnten sogar noch mehr der festen Sitze ausgebaut werden, so dass bis zu elf Rollstühle Platz finden, erklärt Marita Brunswik. Es sei zwar viel Aufwand und es gebe sehr vieles zu organisieren und bedenken, bevor eine Tour mit Menschen mit Handicap starten könne. „Aber wenn man dann die strahlenden Gesichter sieht, entschädigt es für alles.“

Auch Sylvia Podschus, Kassenwartin der Elmshorner MS-Gruppe und im Beirat für Betroffene auch zuständig für den Kreis Steinburg, ist angetan von dem orangefarbenen Bus. „Wir werden in der Gruppe weitergeben, was wir gesehen haben“, sagt sie.

Doch nicht nur Betroffene beäugen das große Gefährt neugierig. Auch Politiker haben sich eingefunden. Kreispräsident Peter Labendowicz hatte „vorher gar keine Idee, wie sowas aussieht“ und ist nun völlig begeistert: „Das ist super durchdacht!“ Und es sei schade, dass nicht jeder Reisebus so ausgestattet sei: „Es müsste normal werden, dass es so ist und alle zusammen fahren können.“

Die drei Behindertenverbände arbeiten daran. Die nächste Tour mit dem Bus steht bereits fest: Am 29. November geht es auf „Lichterfahrt“ nach Hamburg.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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