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Jahrmarkt : Süße Verführungen und rasante Runden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Robert Wagner ist Schausteller in der dritten Generation – ab Freitag ist er wieder einmal in Glückstadt auf dem Jahrmarkt.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 04:48 Uhr

Auf dem Jahrmarkt gibt es viele süße Verlockungen – von Liebesäpfeln bis zur Zuckerwatte. Robert Wagner (35) ist einer der Schausteller, der zur Erfrischung „Slush-Ice“ und Crêpes gegen den Hunger nach Süßem verkauft. Er war gerade fünf Tage lang auf dem Itzehoer Jahrmarkt und fuhr von dort aus direkt weiter zum bevorstehenden Rummel nach Glückstadt. Dort bezieht er von Freitag bis Montag wieder seinen Stammplatz „an der Bushaltestelle direkt an der Hauptstraße“, wie er beschreibt.

Der gebürtige Itzehoer ist in der dritten Generation hineingeboren in eine Schaustellerfamilie, die Buden und Fahrgeschäfte über ganz Schleswig-Holstein hinweg betreibt. Und auch seine Kinder dürfen sich das Ganze schon einmal aus der Nähe ansehen.

Nebenan reicht seine Lebensgefährtin Rebecca Rasch am Crêpes-Stand gerade einem Kunden eine der süßen Teigtaschen mit Schokocreme über den Tresen. Außer ihr ist auch seine halbe Familie mit dabei. Mit insgesamt zehn Familienmitgliedern steht er auf dem Markt – von Schwiegereltern über Schwager und Freundin bis hin zu seinen Kindern. „Mein Schwager betreibt das Fahrgeschäft ,Jumper‘ oder ,Break Dancer/Dom Dancer'“, sagt er, „und er ist damit auch in Glückstadt vertreten.“

Als Schausteller ist der 35-Jährige mittlerweile erfahren. „Ich habe auch schon einen Mini-Autoscooter betrieben“, schildert Robert Wagner. Crêpes macht er jetzt schon seit 25 Jahren, das Slush-Ice seit 15 Jahren. Damit ist er das ganze Jahr über – außer drei Monaten im Winter – auf Jahrmärkten in ganz Schleswig-Holstein und in Berlin unterwegs. Von 14 bis 22 Uhr ist er so täglich immer in Bewegung. „Ich habe mich schon daran gewöhnt, so lange zu stehen“, sagt er.

Seit über 25 Jahren, seit seiner Kindheit, kommt Robert Wagner auch schon auf den Jahrmarkt in Glückstadt, wo er besonders das Ambiente schätzt. „Es ist hier sehr gemütlich, zentral in der Stadt gelegen und fast schon familiär“, beschreibt er. So besteht sein Publikum überwiegend aus Stammkundschaft. „Man kennt sich schon und hält oft einen Klönschnack“, sagt er.

Besonders in Berlin kommen auch mal Prominente vorbei, was in Glückstadt natürlich nicht so häufig der Fall ist. „Schauspieler spielen dann sogar Entenangeln.“ Dafür gibt es Plüschtiere für die Freundin zu gewinnen.

„Meist kaufen Kinder und Jugendliche das Slush-Ice, oft auch Eltern für ihre Kinder oder Omas und Opas für die Enkel“, hat er beobachtet. So ist sein Angebot zum Renner für die jüngeren Jahrmarktbesucher geworden.

Acht verschiedene Geschmacksrichtungen kann er anbieten – von Zitrone und Himbeere bis zu Waldmeister und Kirsche. „Am besten gehen aber das blaue Bubble-Gum und Cola“, hat er festgestellt. Das gibt es in den Größen von klein, „S“ (englisch: „Small“) bis riesengroß, „XXL“ („Extra Large“).

Damit das halb gefrorene Fruchteis schließlich im Becher landet, muss er es selber in der Maschine anrühren. „Ich mische es mit Sirup und gefrierendem Wasser an“, beschreibt er, den Rest macht die durchsichtige Maschine, in die man von außen hineinsehen kann. „Oft verbrauche ich mehrere Hektoliter an einem Wochenende.“

Wie viel es letztlich wird, ist aber abhängig vom Wetter. „Am vergangenen Wochenende war ich zufrieden bei gutem Wetter.“ Nach dem Tanz in den Mai waren die Menschen in Itzehoe nur noch etwas müde. „Sie werden sich bis Glückstadt wieder erholt haben“, ist er überzeugt.

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