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STadtentwicklung : Südseite will eigenes Gutachten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anwohner im Süden Brunsbüttels sind mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept unzufrieden. Die Südseiteninitiative will das ISEK hinterfragen.

Seit das 2010 in Auftrag gegebenen Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) vorliegt, herrscht auf der Brunsbütteler Südseite Unruhe. Denn das ISEK sieht das Wohnen in der „Gemengelage Süd“ langfristig als Auslaufmodell zugunsten der Industrie. Die Initiative Brunsbüttel Süd mag sich damit nicht zufrieden geben.

„ISEK verfolgt uns seit vier Jahren. Seitdem hat sich nichts getan.“ Unzufrieden mit der Untätigkeit der Politik und der Verwaltung im Rathaus der Schleusenstadt äußerte sich der Vorsitzende der Initiative Brunsbüttel-Süd (IBS), Axel Wendt, auf dem ersten IBS-Klönschnack in der Altentagesstätte der Sporthalle Süd. Vor allem unter Beschuss nahmen Wendt sowie seine Mitstreiter Heinz Wendt, Helmut Dittkrist und Michael Bock das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, das schon 2010 die komplette Umsiedlung der Südseitenbewohner auf die Nordseite des Kanals als Ziel festgeschrieben hat. „Übrig geblieben ist ein riesiger Scherbenhaufen, eine große Verunsicherung der Menschen sowie deren Sorgen und Ängste“, sagte Axel Wendt.

Er bedauerte, dass sich bei ISEK auch im vierten Jahr nichts geändert habe. Jetzt wollen die Südseitenbewohner selbst aktiv werden und in ihren regelmäßigen Klönschnacks – für dieses Jahr sind noch sechs weitere Treffen geplant – eine eigene Studie erarbeiten und dafür ihre Ideen und Anregungen einbringen. „Es gibt immer etwas zu verbessern“, sieht der IBS-Vorsitzende in der geplanten Studie eine Grundlage, die in einem dauerhaften Prozess immer wieder aktualisiert werden müsse. Er rief interessierte Mitbürger auf, sich an dieser Arbeit zu beteiligen und alles Notwendige in die Studie einzubringen. Einzige Voraussetzung: Die Vorschläge müssen auch machbar und keine Luftschlösser sein.

„Es gibt viele kleine Baustellen, die wir anpacken müssen“, stellte der Vorsitzende fest. Als Beispiel nannte er die Fährstraße als erste Visitenkarte für Besucher, die in die Stadt hineinfahren. Wendt kritisierte den ebenso miserablen wie tristen Straßenzustand, den es aufzubessern gelte. Neben einer neuen Fahrbahndecke regte er mehr Grün und auch Pflanzinseln und -kübel an, die den Gesamteindruck mit einer bunten Bepflanzung verbessern könnten. Axel Wendt appelliert vor allem an alle Südseitler, die dort Eigentum haben, an der Studie mitzuwirken. Schließlich gehe es auch um Wertverluste der Grundstücke wegen des Damoklesschwerts einer drohenden Umsiedlung. Es sei aber auch festzustellen, dass insbesondere Einfamilienhäuser trotz dieser Planungen bei einem Verkauf nicht lange leer stehen, sondern schnell einen neuen Besitzer finden.

Insgesamt vermisst die IBS ein klares Bekenntnis der Stadt zur Südseite. „Deshalb wollen wir die Aufarbeitung der Südseitenplanung in die eigene Hand nehmen“, kündigte Axel Wendt an. Brunsbüttel sei Hafen- und Industriestadt. Auch neben der Industrie müssen Wohnen und das Schließen von Baulücken möglich bleiben, führte er als Beispiel ein Wohngebiet unmittelbar hinter dem Werkszaun der Ölraffinerie in Hemmingstedt an. Helmut Dittkrist wandte sich gegen den negativ belasteten Begriff einer Gemengelage auf der Südseite.

Die IBS, so kündigte deren Vorsitzender an, plane ihre fünfte Ausstellung im Jahr 2016. Dann wolle man Ergebnisse der Arbeiten an der eigenen Studie vorstellen und Fotos von damals und heute gegenüberstellen. „Wir werden dann die heutige Südseite präsentieren und die Ideen zur IBS-Studie in Wort und Bild zeigen“, versprach Axel Wendt.

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