Innenstadt-Problem : Suche nach alternativem Treff

Zu viel Aufwand: Das ehemalige „Roma“ am Sandberg ist als Treffpunkt für die alternative Kulturszene aus dem Rennen.
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Zu viel Aufwand: Das ehemalige „Roma“ am Sandberg ist als Treffpunkt für die alternative Kulturszene aus dem Rennen.

Punker vom La-Couronne-Platz und weitere Gruppen wünschen sich eigenen Raum – alle bisherigen Ideen haben sich zerschlagen.

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10. Juni 2014, 11:45 Uhr

Wohin mit ihnen? Seit langem beschäftigt diese Frage die Stadt. Wohin mit den Punks vom La-Couronne-Platz? Inzwischen gibt es neue Entwicklungen – aber noch keine Lösung.

Eine schwierige Frage ist geklärt: Künftig ist im Zusammenhang mit diesem Thema bei der Stadt von der „alternativen Kulturszene“ die Rede. Früher gab es den Begriff Störer, die Punks selbst wollten einfach Punks genannt werden, in der Vorlage für den jüngsten Ausschuss für städtisches Leben tauchte der Begriff „Randgruppe“ auf. Nicht tragbar, fanden manche, Ergebnis der Diskussion war die „alternative Kulturszene“. Denn es geht nicht mehr nur um die Punks: Bei der Suche nach einem Raum haben sie sich mit dem Verein Freiraum Itzehoe, der Künstlergemeinschaft „Schall und Rausch“ und dem Eagles-Fanclub „Kurve IZ“ zusammengetan. Gemeinsames Ziel seien kulturelle Alternativen für 16- bis 30-Jährige.

Die Raumsuche für die – damals noch – „Randgruppen“ läuft seit einem halben Jahr. Sie sind in einer Arbeitsgruppe mit Verwaltung und Politik dabei und machten einige Vorschläge. Doch sie alle haben sich erledigt, wie Holger Pump (Foto), Leiter des Amtes für Bürgerdienste, bestätigte: Das ehemalige Möbelgeschäft in der unteren Breiten Straße steht ebenso wenig zur Verfügung wie die frühere Gaststätte „Am Kamin“ am Holzkamp. Blieb das frühere „Roma“ an der Ecke Sandberg/Hinter dem Klosterhof, das Guntram „Atze“ Horst gehört. Doch es ist stark sanierungsbedürftig, der Denkmalschutz redet mit. Für eine Nutzung wäre es laut Pump nur „mit erheblichstem finanziellen Aufwand“ herzurichten. Eine in jedem Fall sechsstellige Summe – das war das Aus. Fazit: „Es gibt im Moment keine Räumlichkeiten.“ Die Arbeitsgruppe tagt wieder am kommenden Donnerstag, dann mit weiteren Vertretern der „alternativen Kulturszene“ neben den Punks.

Andere Themen sind abgearbeitet. So gilt einer weiteren Gruppe, die sich an der Brunnenstraße vor dem Holstein-Center trifft, keine besondere Aufmerksamkeit, denn zu ihr gehörten keine Minderjährigen, so Pump. Für sie eine Toilette und eine Sammelstelle für Pfandglas im Rüpingschen Garten an der Sandkuhle aufzustellen, scheiterte am Veto der Umweltabteilung. Das Gleiche gilt für eine längere Öffnung des Prinzeßhofparks und damit der Toilette. Bleibt das Raumproblem: Als Möglichkeit wird genannt, 15 000 Euro im Haushalt umzuschichten: Eingeplant sind sie für das erneute Engagement eines Sicherheitsdienstes – eventuell könnten sie aber auch für eine „Gruppenverlagerung“ genutzt werden.

Doch schon in der Arbeitsgruppe hatte Punker „Werwolf“ (Sven Wnuck) klar gemacht, dass sich die Punks auch gern am La-Couronne-Platz aufhalten. Nach wie vor gehen im Rathaus monatlich Mitteilungen ein von den Anliegern, die auf dem Platz das Hausrecht ausüben. Darin sei jeweils von acht bis zehn Auffälligkeiten und Platzverweisen die Rede, berichtet Pump. Aber: „Die Polizei war im Jahr 2013 nicht einmal dort vor Ort, 2014 auch noch nicht. Aus ordnungsrechtlicher Sicht ist es dort völlig unproblematisch.“

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