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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 23:49 Uhr

Feuerwehr : Sturz ins Wasser in voller Montur

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Feuerwehrleute üben im Glückstädter Schwimmbad für Einsatz am Hafen. Luft in der Kleidung verleiht Auftrieb.

Auf einem Frachtschiff im Hafen brennt es. Die Feuerwehr ist im Einsatz. Brandbekämpfer tragen Atemschutzgeräte und wie gewohnt ihre schwere Nomex-Einsatzkleidung, einen Feuerwehrhelm sowie – weil in Wassernähe gearbeitet wird – eine Schwimmweste.

Dann passiert es: Ein Feuerwehrmann stolpert und fällt in voller Montur ins Wasser. Ertrinkt er? Werden Atemschutzgerät und die Einsatzkleidung den Mann oder die Frau unter Wasser ziehen?

„Diese Fragen haben wir uns bereits vor vier Jahren gestellt und sind ins Fortuna-Bad gegangen“, berichtet Zugführer Wilko Westphal. Mit Sicherheitspersonal im Wasser und vorsorglich angeleinten Probanden gab es dann eine Überraschung. Niemand ging unter, vielmehr trieb die schwere Uniform auf und hielt Feuerwehrleute über Wasser.

Seitdem sehen die Retter Stürze ins Wasser bei angelegter Einsatzkleidung deutlich entspannter. Dies zeigte sich Montagabend wieder im Glückstädter Fortuna-Bad, wo sich einige Feuerwehrleute zu einer Gewöhnungs-Übung eingefunden hatten.

„Es ist schon ein komisches Gefühl, sich gleich mit Feuerwehrklamotten und Atemschutzgerät ins Wasser fallen zu lassen“, meinte Sönke Rix. Wer noch gar keine Erfahrung mit der Materie hatte, stieg lieber erst einmal vorsichtig über die Treppe ins Springerbecken. Wer eine Schwimmweste trug, brauchte danach nichts mehr zu tun: In Bruchteilen von Sekunden trieben Einsatzkräfte mit wuchtigen roten „Michelin-Armen“ und dem Gesicht nach oben im Wasser. Wer nur eine Nomex-Jacke und Hose trug, ging gleichermaßen nicht unter. Es reichten wenige Schwimmzüge ohne große Anstrengung, um sich über Wasser zu halten. „Es bildet sich so viel Luft in der Jacke, dass man so schnell nicht untergeht“, verdeutlichte Wilko Westphal.

Auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehr überzeugten sich davon. Wer mochte, sprang unter dem wachsamen Auge der Jugendwartin Veronika Westphal mit Einsatzjacke vom Beckenrand oder dem Ein-Meter-Brett. Nach dem sechsten Sprung in ein und derselben Jacke sei die Luft dann aber nicht nur sprichwörtlich raus und man dürfe sich nicht mehr auf einen Auftrieb verlassen.

Glückstadts stellvertretendem Wehrführer Sven Ferk gelang ein sehenswerter Köpper vom Dreier. Diesen verband Ferk mit dem Nützlichen: Er ließ sich von zwei seiner Kameraden aus dem Wasser retten. Dazu kam eine barrierefreie Rettungsinsel zum Einsatz, auf die im Ernstfall eine im Wasser treibende Person heraufgezogen werden kann.

Anfänglicher Skepsis folgte schließlich nur noch Spaß im Wasser und an Land. Dort gab es für alle Teilnehmer am Ende Leckereien vom Grill und Erfrischungsgetränke.

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