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Norddeutsche Rundschau

22. September 2017 | 03:05 Uhr

Elbehafen : Sturmholz geht auf die Schiene

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ungewöhnlicher Umschlag im Brunsbütteler Elbehafen: Tonnenweise Baumstämme werden vom Lkw auf die Bahn verladen – Holz aus Dithmarschens Wäldern.

von
erstellt am 12.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Das große Aufräumen in Dithmarschens Wäldern nach den Herbststürmen „Christian“ und „Xaver“ ist im Gudendorfer Forst und dem Welmbütteler Kreis weitgehend abgeschlossen, in den Heider Kreistannen werden die Arbeiten noch bis zum Herbst andauern. Abtransportiert wird das angefallene Holz über den Brunsbütteler Elbehafen. Allerdings nicht per Schiff. Die angelieferten Baumstämme werden vom Lkw auf die Bahn verladen.

Rund 20 000 Festmeter Holz sind durch die Stürme angefallen. Der übliche Holzeinschlag in Dithmarschens Forsten betrage 3 500 Festmeter im Jahr, erklärt Kreisförster Udo Englert. 12 000 Festmeter (16 000 Tonnen) sind bereits im Elbehafen verladen worden. Pro Woche verlassen derzeit ein bis zwei 600 Meter lange Züge mit Holz die Anlage. Ihr Ziel ist die weiterverarbeitende Industrie, die etwa Verpackungen und Paletten herstellt.

„Wir freuen uns, mit diesem Auftrag unsere Vielseitigkeit unter Beweis stellen zu können. Hafenumschlag ist auch Schienenumschlag. Darüber hinaus unterstreicht das Volumen die Bedeutung eines schienenangebundenen Hafens – sowohl für den Hafenstandort selbst, als auch für seine Region“, erklärt Frank Schnabel, Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports.

Dass der Holzumschlag von der Anlieferung mit dem Lkw auf die Schiene und nicht aufs Schiff erfolgt, ist für Schnabel nicht ungewöhnlich. „Wir haben ja die Schienenanbindung“, erklärt er. Und der Elbehafen sei vom logistischen Konzept her so aufgestellt, dass der Güterumschlag nicht allein vom oder aufs Schiff erfolgen müsse. Zudem biete der Elbehafen entsprechende Lagerflächen. Und auch das nötige schwere Gerät zum Umheben der Baumstämme ist vorhanden. „Das Holz ist ein Beispiel dafür, dass ein Produkt sich seinen Weg sucht“, sagt Schnabel. „Das zeigt die Vielfalt eines Universalhafens.“

Der Hafenchef verbindet mit der Abwicklung des Holzumschlags im Auftrag der Heinrich Tepker GmbH & Co KG aus Hanerau-Hademarschen aber noch mehr als nur die Leistungsfähigkeit des Elbehafens: „Ich will damit zeigen, wie wichtig das Thema Schiene ist.“

Ein Aspekt, den zu verfolgen Schnabel in den vergangenen Tagen mehrfach Gelegenheit hatte, zuletzt am Donnerstag beim Verkehrsforum Westküste, das im Verwaltungsgebäude der Brunsbüttel Ports stattfand (wir berichteten). Der eingleisige Anschluss des Industriegebiets ans Schienennetz der Deutschen Bahn genüge mitelfristig dem Güteraufkommen nicht, wird Schnabel nicht müde zu kritisieren. Er spricht dabei nicht nur für den privat betriebenen Hafen. Schnabel ist auch Sprecher der Werkleiterrunde im ChemCoast Park.

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