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Norddeutsche Rundschau

19. Oktober 2017 | 17:20 Uhr

Töpfermarkt : Stürmisches Jubiläum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kellinghusen feiert 250 Jahre Fayence-Tradition. Windböen lassen Geschirr zu Bruch gehen.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 05:00 Uhr

Stürmisch feierte Kellinghusen am Wochenende 250 Jahre Fayencen-Tradition. Unter dem Motto „Rund um den Ton“ luden die Stadt und der Verein „Keramik Centrum Kellinghusen“ (KCK) zum 28. Töpfermarkt. Hier präsentierten 73 Keramiker aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und dem diesjährigen Gastland Dänemark zwei Tage lang ihre Ware – mit Jubiläums-Becher, Mitmachaktionen und Ausstellungen zu Live-Musik, Aktionen für Kinder sowie kostenfreien Stadt– und Museumsführungen.

Der Wetterbericht ließ Schlimmes erahnen, und genauso kam es dann auch: Böiger Wind aus Südwest, Stärke acht bis neun sorgte beim Töpfermarkt dafür, dass einiges an Geschirr zu Bruch ging. „Ein Stand ist komplett weggeflogen mit mehreren Tausend Euro Schaden, an einem anderen entstanden über 1000 Euro Verlust“, so Organisator Michael Gatke. An vielen weiteren Ständen erlitten kleinere Teile Totalschaden. Doch Betreiber und die Besucher ließen sich die Laune nicht verderben, denn genauso schnell wie die Sturmböen mit Regen in die Stadt hinein zogen sind, waren sie wieder verschwunden.

An den Ständen war der Schreck, der den Ausstellern in die Glieder gefahren war, noch lange zu bemerken. „Es ist in diesem Jahr wegen des Windes sehr aufregend“, sagte Marianne Pipping aus Delmenhorst auf dem oberen Marktplatz, unter deren Gebrauchsgegenständen auch kleine Phantasie-Fahrzeuge vertreten waren. „Das ist alles nicht lustig und macht Stress, obwohl ich in meiner Bude ja noch recht geschützt bin.“ Für Katrin Schober nebenan lief es aber trotzdem ganz gut. „Ich habe einige größere Sachen verkauft. Sonst ist es ja eher die Marmeladen-Einfüllhilfe.“ Dafür hielt sie ihren Schirm fest, während sie feststellte: „Das Leben der Keramiker ist eben stürmisch.“

Auch internationale Anbieter waren vertreten, so etwa Claire Chuet aus Brüssel, die sich mit Gewichten an den Schirmen gegen den Wind wappnete und feststellen konnte: „Der Tag ist trotzdem schön, denn es gibt auch schöne Musik.“ Die kam von der Bühne vom „Duo Voices“, das den ganzen Tag über spielte und sang. Auch Diplom-Keramikdesignerin Ruth Kirsch aus Krefeld mit Geschirr aus einfachen, klaren Formen hatte sich mit den Gegebenheiten arrangiert. „Ich habe alles gut befestigt. Und das Publikum ist da. Das ist ihm hoch anzurechnen.“ Regina Jensen aus Bremen legte alle ihre Objekte einfach flach auf das Regal. „Das sieht zwar nicht so schön aus, hilft aber.“

Weniger Sorgen mit Wind hatten die Anbieter auf dem unteren Marktplatz, wo es etwas geschützter war. Hier stellten Susanne Ehmling aus Kellinghusen und ihre Freundin Gitten Tollning sogar einen „guten Verkauf“ fest, was auch an den interessanten Objekten aus Treibholz aus der Nordsee und eigener Keramik gelegen haben könnte.

Seine kleinen bunten Katzen, Fische und Hühner wurden nebenan bei Alexander Wittig aus Schmölln zum Renner. „Es ist nicht gut besucht, damit müssen wir leben. Ich habe aber trotzdem meinen Spaß“, sagte er – und musste auch schon den nächsten tönernen Fisch an den Mann bringen. Und an ihren bunten, frostfesten Gartentieren, die auf langen Stangen montiert waren, hatte nicht nur Cornelia Woitau aus Lüneburg, sondern auch ihre Kunden viel Freude. Mit ihren Großobjekten an Malerei auf Keramik kamen Ines und Christoph Hasenberg aus Siegburg bei Köln gut an.

In einem 25 Meter langen Zelt am Ende des Marktes konnten die Besucher unter dem Motto „Rund um den Ton“ unter anderem beim Ziegeleiwerk Blomesche Wildnis bei der Herstellung von Ziegeln mitmachen, was besonders die Kinder eifrig nutzten. „Alle drei Anbieter in diesem Zelt konnten die Erlebnistöpferei bei starkem Interesse gut vermitteln“, sagte Bettina Falkenberg vom Ziegeleiwerk Blomesche Wildnis.

Anbieter Ragnvald Leonhard aus Jena entdeckte dann schließlich doch noch etwas Positives an den Umständen: „So ein Wetter solidarisiert und schweißt die Anbieter zusammen.“

 

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