Studie belegt: Mädchen sind fleißiger und intelligenter

Weibliche Bewerber beim Online-Test der Nordakademie lassen ihre männlichen Studenten in den Ergebnissen hinter sich.
Weibliche Bewerber beim Online-Test der Nordakademie lassen ihre männlichen Studenten in den Ergebnissen hinter sich.

Untersuchung an Nordakademie sieht Studentinnen vorne / Männliche Bewerber aber gieriger nach Macht

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20. September 2011, 07:17 Uhr

Elmshorn | Was können Frauen besser als Männer? Nein, dies ist weder eine rhetorische Machofrage noch der Auftakt zu einer verbalen Attacke gegen das weibliche Geschlecht. Tatsächlich haben Frauen die Männer in fast allen Bereichen abgehängt. Eine Auswertung der Elmshorner Hochschule Nordakademie zeigt nun, dass weibliche Studienbewerberinnen in einem Online-Testverfahren bessere Leistungen erzielen als ihre männlichen Mitbewerber. Allerdings zeigt die Auswertung auch, dass Frauen weniger nach Macht und Führungspositionen streben als die männlichen Studenten.

"Junge Frauen, die sich auf einen dualen Studienplatz im Wirtschaftsingenieurwesen bewerben, sind objektiv Überfliegerinnen. Sie haben nicht nur bessere Schulnoten in allen Hauptfächern als männliche Bewerber, sie schneiden auch am besten in Englisch- und Mathematiktests ab, sie haben die besten Werte im Intelligenztest, inklusive technische und figurale Intelligenz", resümiert Professor David Scheffer, Dozent für Personalmanagement und Eignungsdiagnostik an der Nordakademie.

1740 Online-Tests hat der Forscher dazu erstmals ausgewertet. Die Hochschule hat für das Studienjahr 2012 diesen Test als "ersten Filter" für Studienbewerber verbindlich eingeführt. Wer den Test besteht, kann sich bei einem Kooperationsunternehmen der Hochschule für einen dualen Studienplatz bewerben.

Bei den angehenden Wirtschaftsingenieuren haben im Online-Test die weiblichen Bewerber auch in der Gesamtnote eine um ein Drittel bessere Schulnote erreicht. Bei diesen Ergebnissen, so Professor Scheffer, könne man glauben, dass Frauen in besonderem Maße Führungspositionen anstreben. "Interessanterweise weist aber gerade diese Gruppe ein signifikant geringeres Macht-Motiv auf. Das bedeutet, die Bewerberinnen möchten Einflussnahme und Streben nach einer hierarchisch übergeordneten Position möglichst vermeiden", sagt Psychologe Scheffer.

Die guten Werte der weiblichen Bewerber im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen werden besonders deutlich beim Blick auf die Hauptfächer. So erreichen die Frauen im Englischtest 55 Prozent, während die männlichen Bewerber mit nur 50 Prozentpunkten abschneiden (bezogen auf die Prozentränge in der Norm der Abiturienten). Bei den Mathematiknoten kommen die Frauen im Durchschnitt auf zehn von 15 möglichen Punkten, die Männer auf knapp neun Punkte. Selbst im technischen Intelligenztest - bisher eher eine männliche Domäne - drängen sich die Frauen an die Spitze. Lediglich im Test "Macht-Motivation" liegen männliche Bewerber mit 48 von möglichen 100 Prozentpunkten vor den Frauen, die gerade mal 43 Prozentpunkte erreichen.

Zurück zur Ausgangsfrage: Was können Frauen besser als Männer? Sie legen mehr Fleiß als Männer an den Tag, haben einen durchschnittlich besseren IQ und ebensoviel Talent zu Spitzenleistungen wie ihre Mitbewerber. Aber: Die Auswertung des Tests zeigt auch: Ein erfolgreicher Manager muss nicht nur Können an den Tag legen, sondern auch eine Führungsposition einnehmen wollen.

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