zur Navigation springen

Projekt steht ganz am Anfang : Stromtrassenplanung im Dialog

vom
Aus der Redaktion der Wilsterschen Zeitung

TenneT lud zum Informationsmarkt ins Colosseum ein. Wilster wird Startpunkt der Gleichstromverbindung SuedLink.

von
erstellt am 08.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Es war ein ständiges Kommen und Gehen gestern Nachmittag im Colosseum. Dort startete der Übertragungsnetzbetreiber TenneT einen Informationsmarkt zum geplanten Trassenkorridor für die Gleichstromverbindung SuedLink, die von Wilster aus bis in den Süden nach Bayern reichen soll. Dies war die 19. Veranstaltung dieser Art, „in der Regel kommen 300 bis 500 Besucher“, so TenneT-Bürgerreferent Tom Wagner. Und im Schnitt gebe es „um die 100 konkrete Hinweise zu Alternativen, die wir mitnehmen“. An diversen Stellwänden und auf Tischen verteilt lagen Karten mit einer möglichen Trassenführung, wobei die Planungen noch ganz am Anfang stünden.

Denn: „Zielsetzung ist es, zu erklären was wir vorhaben und warum.“ Wagner führte weiter aus, dass es im eigenen Unternehmensinteresse sei, die Bürger zu ermuntern, sich möglichst frühzeitig zu beteiligen.

Mit einem Team von 20 Leuten, darunter sowohl Technik- als auch Umweltexperten, suchte TenneT das Gespräch mit den Bürgern aus Wilster und den Wilstermarschgemeinden. Im Bereich Wilster wird der Startpunkt der Stromtrasse liegen. Das Umspannwerk Schotten wird ohnehin ausgebaut, zudem wird eine Konverterstation wie in Büttel gebaut. Auf welcher Fläche diese errichtet wird, steht noch nicht fest, das könne in einem Zehn-Kilometer-Radius um Wilster sein, hier müsse es noch Verhandlungen geben.

Wilster werde ein wichtiger Netz-Knotenpunkt. Die Off-Shore-Energie über Büttel spielt hier genauso rein wie der On-Shore-Wind aus den Windmühlen an der Westküste Schleswig-Holsteins. Dritte Säule – bei Windstille – werde die Einspeisung der in Norwegen durch Wasserkraft gewonnenen Energie über NordLink-Seekabel sein. Von der Marsch aus gelangt dieser als Gleichstrom bis hinunter ins bayrische Stromnetz.

Doch davor liegt noch das behördliche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Zurzeit geht es rein um die Vorplanung. So mancher Bürger, der wegen Detailfragen gekommen war, muss sich in Geduld fassen. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, so Tom Wagner. Auskunft gaben die Karten allerdings schon über „Raumwiderstände“ wie Vogelzug und Siedlungen sowie Räume ohne „Vorbelastung, die auch unbelastet bleiben sollten“ – und damit von vornherein nicht für eine Trassenführung in Frage kommen. Vielmehr soll die Trasse möglichst schon entlang bestehender Leitungen angelegt werden, die neuen Masten werden aber etwa zehn Prozent größer sein als die alten – 60 bis 65 Meter hoch.

„Wir wissen aber noch ganz viele Details nicht, kennen beispielsweise Einzelgehöfte nicht.“ Aufschluss verspricht sich das Unternehmen durch die lokalen Gesprächsforen wie gestern in Wilster. Jeder Hinweis werde ernst genommen. Liegen die Kontaktdaten vor, werde der Betroffene auch dazu benachrichtigt, ob sein Vorschlag eingearbeitet wurde und was er gegebenenfalls bewirkt hat. Und auch wenn die Planung konkreter wird, werde der Dialog mit den Menschen vor Ort weiterhin gesucht.

Durchweg seien die Infogespräche bislang positiv aufgenommen worden, „es gab selten pauschale Ablehnung“. Wenn in zwei Monaten die Dialog-Veranstaltungen abgeschlossen sein werden, wird es um die Auswertung der Hinweise gehen. Die Gleichstromverbindung soll ab 2022 stehen.


 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen