Südlink : Stromtrasse soll 2025 stehen

Den aktuellen Planungsstand erläutert anhand einer Karte hier Andreas Hirschmann, Gutachter der Arbeitsgemeinschaft Südlink, Jürgen Ruge, Anwohner aus Landrecht und Vorsitzender des Kreisumweltschutzausschusses.
Den aktuellen Planungsstand erläutert anhand einer Karte hier Andreas Hirschmann, Gutachter der Arbeitsgemeinschaft Südlink, Jürgen Ruge, Anwohner aus Landrecht und Vorsitzender des Kreisumweltschutzausschusses.

Netzbetreiber Tennet informiert über Zwischenstand der Bauplanungen für das künftige Erdkabel von Wilster nach Süddeutschland

23-524760_23-93310626_1510758813.JPG von
27. April 2018, 05:00 Uhr

Mit den Bürgern ins Gespräch kommen, den Stand der Planungen für die Südlink-Stromtrasse transparent machen, über Beteiligungsmöglichkeiten informieren: Zu diesem Zweck hatte Stromnetzbetreiber Tennet zum Infomarkt ins Colosseum geladen. Das Angebot wurde rege genutzt. Ausführlich konnten die Besucher mit den Fachleuten ins Gespräch kommen – über jeden Schritt, der später zur Nord-Südverbindung führen wird. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, avisiertes Fertigstellungsjahr sei 2025, sagte Michael Roth von Tennet.

„Vor einem Jahr haben wir das Genehmigungsverfahren eingeleitet“, erläuterte er. Bei der Bundesnetzagentur wurden Trassenkorridore für den Verlauf des künftigen Erdkabelnetzes eingereicht. Diese gibt die Korridore vor, die geprüft werden müssen, und entscheidet, welche Untersuchungen erfolgen sollen. Im Genehmigungsverfahren muss schließlich der Korridor gefunden werden, der für Mensch und Natur akzeptabel ist. Drei Elbquerungen sind in den Vorschlägen enthalten, einmal zwischen Brokdorf und Freiburg, die anderen von der Seestermüher Marsch sowie der Haseldorfer Marsch nach Niedersachsen. Die Daten der Detail-Untersuchung sind öffentlich zugänglich auf der Tennet-Internetseite.

Mit der Festlegung der Bundesnetzagentur auf den Korridor wird im nächsten Jahr gerechnet, ab 2019 soll das Planfeststellungsverfahren starten. Dem folgt das öffentliche Beteiligungsverfahren. Für das Projekt – die Trasse läuft über die Verknüpfungspunkte Brunsbüttel und Wilster/Nortorf bis Großgartach und Grafenrheinfeld – werden mehr als 2000 Kilometer untersucht, am Ende wird die Stromleitung 700 Kilometer lang sein.

Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2025 nannte Roth „ein ambitioniertes, aber immer noch realistisches Ziel“.

Wie das Unternehmen dem näher kommen will, zeigten Schautafeln und ein Modell zum gesamten Projekt – von der Bauplanung über Untersuchungsaspekte bis hin zum Energiemix.

Darüber hinaus informierte Tennet über die gerade gefallene Entscheidung zu den Standorten der Konverter-Stationen nahe der Netzverknüpfungspunkte. Der Gleichstrom aus dem Erdkabel muss – in Wechselstrom umgewandelt – zu den Verknüpfungspunkten geleitet werden. Jeweils vier mögliche Flächen waren im Bereich Wilster und Brunsbüttel dafür untersucht worden. Das Unternehmen hat sich festgelegt, mit den jeweiligen Standorten geht sie nun ins Genehmigungsverfahren.

Im Raum Wilster liegt der Standort direkt am Umspannwerk in Nortorf. Die Freileitung kann direkt zum Netzverknüpfungspunkt geführt werden. Das habe den Vorteil, dass kein weiterer Mast errichtet werden müsse, so Roth. In Brunsbüttel-Süd befindet sich der Standort im Gewerbegebiet, ebenfalls in der Nähe des Verknüpfungspunktes, der sich auf dem Kernkraftwerksgelände befindet. Auch dort sei die Anbindung überschaubar.


>Infos: www.tennet.eu

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen