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wieder teurer : Strompreis steigt – von außen diktiert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Stadtwerke Itzehoe erhöhen zum 1. Januar 2014 - und betonen, nichts dafür zu können.

von
erstellt am 17.Dez.2013 | 11:45 Uhr

Energiepreise. Für sie gibt es nur eine Richtung: nach oben. Als nächstes ist der Strom an der Reihe, zum 1. Januar erhöhen die Stadtwerke Itzehoe den Preis um 1,187 Cent pro Kilowattstunde. Damit aber würden nur die Steigerungen durch andere Unternehmen und den Staat weitergereicht, betonen Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Tenfelde und Vertriebsleiter Reiner Thomsen. „Wir sind diejenigen, die den Kundenkontakt haben und die schlechten Nachrichten weitergeben müssen“, so Tenfelde.

Immerhin: Beim Wasserpreis passiere nichts, auch beim Gas sei keine Erhöhung geplant, da sich die Großhandelspreise seitwärts bewegten. In diesem Bereich, der langfristig von der Entwicklung beim Öl abhänge, sei die Tendenz nicht klar, sagt der Geschäftsführer. Auf der einen Seite werde voraussichtlich durch energetische Sanierung von Gebäuden der Bedarf sinken, auf der anderen Seite sei nicht klar, was der Gashunger in China und Indien bewirken werde. Zum letzten Mal stieg der Gaspreis in Itzehoe zum Beginn des Jahres 2013. Tenfelde: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum 1. Oktober 2014 durchhalten – und danach wissen wir nicht.“

Beim Strom war der Anstieg für die 19 500 Kunden im Itzehoer Netzgebiet absehbar. Denn die Nutzungsentgelte für das Netz werden erhöht, sowohl bei der Tennet für das Übertragungsnetz als auch bei der Eon Netz für die 110-
Kilovolt-Leitungen und bei der SH-Netz für die Umspannwerke. Das macht 0,4 Cent der Strompreis-Erhöhung aus. Die Entgelte für die eigenen Netze hinter den Umspannwerken gingen nicht nach oben, betont Tenfelde. Die von der Bundesnetzagentur genehmigte Obergrenze sinke von Jahr zu Jahr, das sei einer der Gründe für die Kooperation mit Wilster und Glückstadt in den Stadtwerken Steinburg und die Dienstleistung für Brunsbüttel: „Gemeinsam sind wir in der Lage, Kosten zu senken.“ Das ginge allerdings in der Technik nur noch auf Kosten der Qualität, und im kaufmännischen Bereich seien die Synergien erreicht. So gebe es keine Vorteile, wenn die Stadtwerke Steinburg noch größer würden, meint Tenfelde.

Hilft der Einkauf bei fallenden Preisen an der Leipziger Strombörse? Es sei gut eingekauft worden, sagt Tenfelde, aber eben, wie es notwendig sei, im Vorfeld durch die gemeinsame Einkaufsgesellschaft der Stadtwerke in Henstedt-Ulzburg. Günstige Preise von heute wirken in Zukunft: „Wir sind aktuell dabei, schon für 2015 einzukaufen.“ Beschaffung und Vertrieb nennen Tenfelde und Thomsen als einzige Stellschraube, die die Stadtwerke beeinflussen können. Doch sie machen nur 24 Prozent des Strompreises aus – Spielraum gebe es da nicht, schon gar nicht, um Erhöhungen auszugleichen, die anderweitig verursacht seien.

Entscheidend ist dabei die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Mit fast einem Cent macht die den Löwenanteil der anstehenden Strompreiserhöhung aus. Was die neue Berliner Regierung verändern werde, wisse noch niemand, aber CDU und SPD hätten wohl erkannt, dass der Strompreis zu hoch sei, meint Tenfelde. Und mahnt gleichzeitig: Die Entwicklung zu erneuerbaren Energien sei hart und teuer gewesen, dürfe aber nicht abgewürgt werden mit Blick auf die Vergangenheit. „Was heute preislich bei Wind und Sonne erreicht ist, ist eine tolle Sache.“ Gerade Photovoltaik sei eine Erfolgsgeschichte: „Kaum jemand spricht darüber, wie preiswert Photovoltaik ist.“

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