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Streit ums Fünf-Städte-Heim: Flüchtlinge oder Jugendfreizeit?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 27.Jan.2016 | 11:35 Uhr

Der Vorstoß der CDU-Fraktion der Gemeinde Sylt, das Fünf-Städte-Heim in Hörnum für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, schlägt auf der Insel weiter Wellen. In Kellinghusen ist die Diskussion noch nicht angekommen. „Ich weiß darüber auch nur aus einem Zeitungsbericht“, sagt Kellinghusens Bürgermeister Axel Pietsch. Und dabei müsste er eigentlich Bescheid wissen. Denn Kellinghusen gehört zu den sieben Kommunen, die zum Trägerverein gehören. Neben Kellinghusen sind dies Pinneberg, Elmshorn, Tornesch, Uetersen, Wedel und Neuendeich. Kellinghusen hat dabei einen kleineren Anteil, gewichtet wird nach Einwohnerzahl.

Die Gemeindevertretung Sylt hatte in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen, dass die Verwaltung prüfen soll, ob das Fünf-Städte-Heim für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden kann. Dieser Beschluss ging auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück. Wenn eine Unterbringung im Fünf-Städte-Heim möglich ist, möchte die Politik der Gemeinde Sylt nun lieber dort Flüchtlinge unterbringen als im benachbarten ehemaligen Jugendaufbauwerk (JAW-Heim). Zuvor hatten die Politiker immer wieder ihren Beschluss bekräftigt, vorrangig das JAW-Heim als Wohnraum für Flüchtlinge nutzen zu wollen. Die ersten vorbereitenden Arbeiten werden in der Landesliegenschaft derzeit ausgeführt, in zwei bis drei Monaten sollen dort die ersten Flüchtlinge einziehen – so zumindest die bisherige Planung.

„Das Fünf-Städte-Heim steht nicht zum Verkauf“, sagt die Vorsitzende des Fünf-Städte-Heims, Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen, über den Vorstoß. Das Haus sei für dieses Jahr und in Teilen auch schon für 2017 gut gebucht. Auch Kellinghusener Jugendliche werden traditionsgemäß wieder hinfahren, in den Sommerferien ist dort eine Jugendfreizeit über das Jugendzentrum geplant.

Oliver Stolz, Landrat des Kreises Pinneberg , spielt in seiner Stellungnahme auf das Bemühen des Kreises Pinneberg an, selbst Flüchtlinge im Fünf-Städte-Heim unterzubringen. Das hatte ein Protest des Kreises Nordfriesland Ende vergangenen Jahres verhindert. „Ich nehme interessiert zur Kenntnis, dass man nun auch auf Sylt die Notwendigkeit des Handelns zur Schaffung einer Gemeinschaftsunterkunft erkannt hat. Der Kreis Pinneberg hätte dafür ja auch ein gutes Konzept in der Schublade“, so der Landrat des Kreises Pinneberg heute.

Für Kellinghusens Bürgermeister Axel Pietsch ist jedoch klar, dass der Sylter Vorstoß zuerst hätte mit den Betreibern des Fünf-Städte-Heim abgesprochen werden müssen. „So beraten die Sylter über fremdes Eigentum.“

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