Gerichtstermin : Streit um marodes Haus in Glückstadt

Das strittige Objekt hat seine Lage nahe des Marktes.
Das strittige Objekt hat seine Lage nahe des Marktes.

Ein Hamburger scheitert in der Güteverhandlung vor dem Landgericht. Er verlangt Geld zurück vom Verkäufer seines Hauses.

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17. Juli 2018, 04:45 Uhr

Der Käufer eines Einfamilienhauses in der Glückstädter Innenstadt fühlt sich betrogen. Das sieht das Itzehoer Landgericht jedoch anders: Für Richter Hans-Peter Schmidt hatten sich im Rahmen der Anhörung während der Güteverhandlung keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Kläger arglistig getäuscht worden sei. Trotzdem verlief die Güteverhandlung ohne Ergebnis. Denn der Beklagte will nicht zahlen, der Kläger besteht weiterhin auf Zahlung. Deshalb wird Donnerstag um 9.30 Uhr vor dem Landgericht darüber entschieden, wie es weitergeht.

Darum geht es: Der Kläger, ein heute 44-jähriger Hamburger Diplom-Kaufmann, hatte Ende 2013 ein Haus in der Innenstadt nahe am Marktplatz gekauft. Vorher hatte er es zweimal besichtigt. 50 000 Euro zahlte er über einen Notar an den Hausbesitzer, 13 000 Euro gingen bar über den Tisch an dessen Eltern. Mit diesem Geld kaufte er denen ihr Wohnrecht ab.

Anfang 2014 begann der Hamburger mit den Umbauarbeiten im Haus. Dann jedoch wurde er von einer Großbaustelle vor seiner Tür überrascht. Denn die Stadtentwässerung baute eine neue Kanalisation. In diesem Zusammenhang kam ein Sachverständiger und dokumentierte den Zustand der Fassade, erklärte der Hamburger. „Er kam zu dem Ergebnis, dass die Fassade abgängig ist.“ Und dass dies die Folge von Umbaumaßnahmen sei. „Die Standfestigkeit der Fassade hatte gelitten“, habe der Sachverständige ihm gegenüber erklärt.

Kurze Zeit später kam ein Mitarbeiter der Bauaufsicht des Kreises. Er verhängte einen Baustopp. Zudem verlangte er einen Bauantrag. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hamburger bereits weitere 20 000 Euro in das Haus gesteckt. Dazu sollten dann nochmal 110 000 Euro kommen, schätzte der hinzugezogene Architekt.

Weil die Kosten „aus dem Ruder liefen“, verkaufte der Kläger das Haus und das Grundstück im Februar 2015 für 12 000 Euro. Und jetzt will er Geld von dem Glückstädter Verkäufer zurück, von dem er sich getäuscht fühlt.

In der Güteverhandlung bedauerte es der 44-Jährige, dass er sich beim Hauskauf vorher keinen Sachverständigen genommen hatte. „Der Plan war zu renovieren, einzuziehen und zu sanieren.“ Damals noch mit seiner Ehefrau, von der er jetzt getrennt lebt.

Daneben sieht der Hamburger auch noch eine Verschwörung gegen sich. Denn es gibt einen Anbau auf dem Grundstück, für den es keine Baugenehmigung gibt. Das habe der Verkäufer aber verschwiegen, obwohl er es gewusst habe. Denn der Vater des Beklagten sei Stadtvertreter gewesen und sei im Rathaus ein- und ausgegangen argumentiert der Hamburger. Und er weis: „Das Haus war lange in Familienbesitz. Mindestens über drei Generationen.“

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