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Kommunalpolitik : Straßenstrich soll länger werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Weil innerhalb geschlossener Ortschaften keine Fahrbahntrennung mehr erforderlich ist, will Glückstadt selbst für eine Markierung sorgen.

Und plötzlich fehlt sie – die Fahrbahnmarkierung auf dem neu sanierten Sperforkenweg. Unmittelbar nach dem Ortseingangsschild endet die Mittellinie, die die beiden Fahrspuren trennt. Manfred Lück (CDU) will das nicht hinnehmen.

„Seit 1993 gibt es eine neue Verordnung im Straßenverkehr“, erklärt Lück. Straßen, auf denen innerorts nur 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf, müssen keine so genannte Mittellinie mehr haben. „Deshalb wird sie nicht mehr aufgemalt.“ Eine solche Markierung ist nur außerhalb einer Ortschaft Vorschrift. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses beantragte der Unionspolitiker deshalb, die Stadt solle selbst für die Kosten einer Mittellinie aufkommt – im Sinne der Sicherheit. Widerspruch gab es für diesen Antrag nicht, im Gegenteil. Einstimmig wurde beschlossen, 5000 Euro in den Haushalt einzustellen. Nach Auskunft des Glückstädter Bauamtes ist das der zu kalkulierende Betrag, um dort Mittelstreifen aufzubringen.

Manfred Lück denkt vor allem an diejenigen, die bei Dunkelheit schlecht sehen können. Es könne zum Problem werden, wenn abends entgegenkommender Schwerlastverkehr die Orientierung erschwert. Das gelte auch für verregnete Tage oder Abschnitte mit mangelnder Beleuchtung, wie zum Beispiel im Bereich Am Neuendeich auf Höhe der Kaserne. Fehlt die Mittellinie, fehlt die Orientierung. Das gilt für den Neuendeich, Teile der Stadtstraße, Janssenweg, Itzehoer Straße, Christian-IV-Straße, an der Chaussee und an der Grillchaussee. Betroffen sind Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. „Damit wird nicht nur die Verkehrssicherheit erhöht, sondern als Nebeneffekt bei der Einfahrt in die Stadt, gerade zum Stadtjubiläum, ein merklich positiverer Eindruck verschafft“, heißt es im Antrag der CDU. Die Reaktion der anderen Hauptausschussmitglieder war geradezu Begeisterung. Siegfried Hansen (Piraten) sprach von einem „tollen Antrag“, Meike Sierck (SPD) fand ihn „gut“ und Stefan Goronczy (FDP) sagte: „Der Antrag ist selbsterklärend. Es ist immer gut, eine Orientierung zu haben.“ Ob auch die Stadtvertretung grünes Licht für diesen Vorhaben gibt, wird am Donnerstag geklärt. Dann will die Stadtvertretung den Gesamthaushalt für das kommenden Jahr verabschieden (19 Uhr, Rathaus).

Oliver Maier von der Verkehrsaufsichtsbehörde war auf Anfrage unserer Zeitung überrascht von dem Ansinnen der Politik, denn für Kreisstraßen – wie am Neuendeich – ist der Kreis Steinburg zuständig. „Ungewöhnlich“, kommentiert er die Planungen der Stadtvertreter. Maier kann erst handeln, wenn ein entsprechender Antrag der Stadt Glückstadt vorliegt. „Es gibt Regelungen und Vorschriften.“ So muss es vor einer Genehmigung eine Verkehrsschau geben, an der alle Betroffenen teilnehmen. Dazu gehören neben dem Kreisbauamt auch die Polizei und die Stadt Glückstadt. Zudem gibt es ein Regelwerk, indem alles festgelegt ist. Kommentieren wollte Maier eine mögliche Entscheidung aus genannten Gründen nicht.

Einer Klärung bedarf es zudem, ob der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein damit einverstanden ist. Er ist für Landes- und Bundestraßen zuständig.

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erstellt am 14.Dez.2016 | 12:32 Uhr

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