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Infrastruktur : „Straßenbauer wollen Straßen bauen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Verkehrsminister weiß: „Wir haben ein Problem mit der Infrastruktur.“ Das Rezept: 40 Millionen Euro für Straßenbauprojekte in den Kreisen Steinburg, Dithmarschen, Pinneberg und Teilen von Segeberg.

„In den vergangenen 25 Jahren haben wir zu wenig für die Straßen getan“, sagt Verkehrsminsiter Reinhard Meyer und betont, dass er das ganz ohne Schuldzuweisungen an die Vorgänger-Regierungen verstanden wissen möchte. Es sei zum Einen zu wenig investiert worden, zum Anderen habe man gleichzeitig Personal abgebaut. Dirk Putzer, stellvertretender Leiter der Autobahn- und Straßenmeisterei in Elmshorn, die der Minister neben anderen gestern besuchte, berichtete, dass früher fast doppelt so viele Menschen für die Straßen zuständig gewesen seien. „Und der Zustand wird nicht besser, sondern schlechter.“ Das sieht auch Meyer so, der offen zugab: „Jetzt haben wir ein echtes Problem.“

Sein Rezept gegen den schleichenden Infrastrukturverfall: eine deutliche Erhöhung der Investitionen. Rund 40 Millionen Euro fließen in Straßenbaumaßnahmen im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, der neben den Kreisen Steinburg, Pinneberg und Dithmarschen auch Teile des Kreises Segeberg umfasst. Die drängendsten Probleme für eine Vielzahl von Autofahrern sind nach wie vor die Autobahn 23 nach Hamburg und die Bundesstraße 5 zwischen Itzehoe und Brunsbüttel – und auf beiden Verkehrswegen wird gebaut.

Die B5 wird im Teilbereich zwischen der Kreisstadt und Wilster dreispurig mit wechselnden Überholmöglichkeiten (wir berichteten). Froh ist Kai-Uwe Schacht als Niederlassungsleiter des Landesbetriebs, dass die B5-Planungen ohne Klagen über die Bühne gingen. Leider ginge die Klagewahrscheinlichkeit bei Straßenbauprojekten heute gegen 100 Prozent. Dabei wolle niemand nur planen. „Straßenbauer wollen Straßen bauen“, stellte der Verkehrsminister klar. Im weiteren Verlauf der B5 steht die Brunsbütteler Hochbrücke auf der Vorhabenliste, dort sind Instandsetzungsarbeiten notwendig. Zudem sind auf der Bundesstraße auch Fahrbahnerneuerungen bis Höhe Meldorf geplant. Die Kosten betragen rund 14 Millionen Euro.

Die Pendler auf der A23 müssen allerdings noch warten. Zwar wird ein Abschnitt bei Rellingen in den Sommerferien mit neuem Asphalt versehen (rund 1,5 Millionen Euro), der geplante, sechsspurige Ausbau lässt aber noch auf sich warten. „Wir sind froh, dass die Maßnahme im vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden ist“, sind sich Meyer und Schacht einig. Das bedeute zum Beispiel schon einmal, dass in Stoßzeiten die Standstreifen für den Verkehr freigegeben werden können. Allerdings ist auch dafür noch eine vorherige Prüfung notwendig.

Ein Mammutprojekt steht hingegen vor dem Abschluss: Beim Lückenschluss der A23 sind nur noch Abschlussarbeiten zu machen (wir berichteten). Aber auch der B5-Ausbau bis Wilster stellt die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau vor große Herausforderungen. So ist bei den Arbeiten, die erst 2021 komplett abgeschlossen sein sollen, unter anderem der Neubau einer Brücke geplant. Allerdings muss dafür vorübergehend eine Behelfsbrücke errichtet werden, um den Verkehr umzuleiten.

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erstellt am 08.Apr.2016 | 05:14 Uhr

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