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Fisherman’s Friends Strongman-Run : Strapazen in Schlamm und Schaum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Parcours für Hartgesottene: 2542 Strongman-Runner klettern, laufen, krabbeln, springen und feiern bei der Mutter aller Hindernisläufe in Wacken.

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2017 | 16:18 Uhr

20 Kilometer voller Qualen, Dreck und scheinbar unüberwindbaren Hindernissen – ein Event für jede lebenslage. Einige Teilnehmer nutzen den Fisherman’s Friends Strongman-Run als Junggesellenabschied, bei dem sie ihren besten Freund als Einhorn verkleidet an den Start schickten, andere als Geburtstagsparty. „Unser Teddy hat Geburtstag – er wird 30“ sagt Medizinstudentin Henrike Brahmstaedt, die mit Freunden aus Greifswald und München aus Berlin zu dem weltgrößten Hindernislauf nach Wacken angereist war. Teddy ist kein durchtrainierten Sportler, sondern ein riesengroßer Stoffteddy. Und der begleitete das „Bruno de Baer“-Team über die gesamte Strecke.

Wer die 10 (Rookie-Runde) oder 20 Kilometer Gesamtdistanz auf sich nimmt, muss schon ein bisschen verrückt sein: Trotz des Spaßfaktors ist der Strongman run ein ernst zu nehmender Hindernislauf, der eine gewisse Sportlichkeit voraussetzt: Die Läufer mussten 1500 Strohballen, 16  000 Autoreifen und 63 Überseecontainer überwinden – 18 oder 36 kräftezehrende Hindernisse, die zu einer muskulösen Übermüdung, blauen Flecken und Tränen führen.

Wo sonst nur hart gesottene Metal Fans ausgelassen feiern, hatten sich 2542 Strongman-Runner versammelt, um an ihre Grenzen zu gehen. Oder darüber hinaus. Und so quälten sich die 763 Frauen und 1779 Männer nach dem überaus erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr auch bei der zweiten Auflage. Sie stellten sich der Herausforderung und überwanden Übersee-Container von schwindelerregender Höhe, steile Holzkonstruktionen, ein Schlammbad, wackelige Netze, endlose Autoreifenwüsten, eiskalte Wasserbecken, Strohballenpyramiden oder ein Schaumbad. Der Spaß kam bei den Strapazen aber nicht zu kurz. In ausgefallen Kostümen gingen zahlreiche Läufer an den Start. Als schwarz gekleidete Metal-Fans, Superman, Wikinger oder als römische Legionäre machten sich die Akteure auf die Strecke. „Für mich ist das hier keine Herausforderung – unter einer 45 Kilometer langen Strecke ziehe ich gar nicht erst mein Trainingszeug an“, scherzt Benjamin Struve aus Hamburg, dessen Freundin Jessica sich an dem knallharten Laufevent beteiligte.

So manch einem waren die Strapazen nach nur wenigen Kilometern bereits anzusehen. Da halfen auch die Zurufe oder mutmachenden Schilder der Fans nichts mehr. „Ich bin durch – wie weit ist es noch“, hörte man einen nach Luft schnappenden Teilnehmer fragen. „Komm mit - ich schieb dich an. Gemeinsam packen wir den Rest“ hechelte sein Mitläufer. Doch nicht nur jede Menge Einzelkämpfer waren auf der Strecke, sondern auch zahlreiche Mitarbeiter von Firmen oder Mitglieder von Vereinen aus ganz Deutschland hatten sich zu Teams zusammengeschlossen. Und so war der stärkste Hindernislauf ein Schauplatz für jede Menge atemberaubender Bilder. Doch warum stellen sich tausende Läufer, dazu noch in ausgefallenen Kostümen, einem solchen Hindernislauf? „Es sind vor allem der Spaß, die Verrücktheit, die Gemeinschaft, die Gänsehaus-Momente und die tolle Stimmung, die hier an erster Stelle stehen“, sagen Jürgen und Michael aus Unterfranken.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf: Unter dem Motto „Go Heavy“ geht es am 9. Juni nächsten Jahres in die dritte Runde. Tausende Läufer werden sich dann wieder der stärksten Herausforderung stellen und im Kampf um Ruhm und Ehre ihr Bestes geben.

Sie bezwangen den Parcours am schnellsten:

Insgesamt 734 Läufer absolvierten die Gesamtdistanz: Sieger wurde Dieter Schwarzkopf mit einer Zeit von 1:21:39 Stunden. Bei den Frauen kam als Erste Sara Kamzela (1:47:11 Stunden) ins Ziel. Das flotteste Team war die Eider-Treene-Schule Friedrichstadt. Die Läufer Dieter Schwarzkopf, Philipp Müller und Olav Beinke absolvierten die Gesamtdistanz gemeinsam in 4:49:41 Stunden.

Sieger Rookie-Runde: 1808 Rookie-Läufer starteten. Bei den Männern machte Robin Dechant mit einer Zeit von 39:14 Minunten das Rennen, bei den Frauen siegte Juliane Nüser mit einer Zeit von 55:47 Minuten. Das schnellste Team war das Shape UP Team. Die Läufer Mike Hodel, Carsten Heinrichs und Juliane Nüser erreichten gemeinsam das Ziel in 2:33:19 Stunden.

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