Itzehoe : Störlauf begeistert die Massen

<p>Typisch Störlauf: Ein dichtes Starterfeld macht sich auf die Strecke, hier zum 10-Kilometer-Lauf.</p>
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Typisch Störlauf: Ein dichtes Starterfeld macht sich auf die Strecke, hier zum 10-Kilometer-Lauf.

Beste Bedingungen bei der Laufveranstaltung: 3756 Finisher am Sonnabend im Cirencester-Park.

shz.de von
22. Mai 2018, 05:01 Uhr

Heiteres Wetter mit angenehmen Temperaturen, kaum Wind und lauffreudige Sportler, die bei einer hervorragenden Organisation von Wellen der Begeisterung getragen wurden – das war der Störlauf 2018, veranstaltet vom Sportclub Itzehoe. Für die Strecken von 400 Meter Länge bis hin zum 21,1 Kilometer langen Halbmarathon hatten sich insgesamt 4790 Interessierte angemeldet. 3756 davon querten die Ziellinie im Cirencester-Park und nahmen die Medaillen meist strahlend entgegen. Nur wenige kamen so erschöpft ins Ziel, dass sie längere Verschnaufpausen oder die Hilfe des Sanitätspersonals benötigten.

Für den Glanz innerhalb der Rennen sorgten viele. Neben den Spitzenkönnern aus Nah und Fern waren dies nicht zuletzt die vielen Hobbyläufer aller Altersklassen. Schon seit Monaten hatten sie sich auf ihre Aufgabe vorbereitet – als Läufer, Walker oder als Handicap-Läufer. Beeindruckend für viele war mitzuerleben, wie sich der schwerstbehinderte Merlin Niedermirtl (20), begleitet von seiner Mutter Siggi, Schritt für Schritt über die Strecke kämpfte, um Millimeter für Millimeter in sein Leben zurück zu finden, das er vor rund einem Jahr bei einem schweren Unfall fast verloren hätte. Tief beeindruckt sagte Siggi Niedermirtl zu ihrem Sohn im Ziel: „Ich bin stolz auf dich.“


Zufriedene Teilnehmer

Überglücklich war zum Schluss auch Björn Arndt (35) aus Mühlenbarbek, der sich auf den letzten Metern des Fünfers seinen Sohn Luca schnappte und den Sprössling mit über den Zielstrich trug. Vergessen waren da die Tränen, die der Sohn vergossen hatte, weil der Vater ohne ihn gestartet war. Ein weiteres Bonbon erhielt Luca ebenfalls noch an Ort und Stelle: Im nächsten Jahr dürfe er bei den Bambinis die 400 Meter mitlaufen.

Zu den vielen Walkern zählten auch Kristin Birkenbeul aus Breitenberg und Christin Hoffmann aus Kremperheide. Beide hatten in der Zeit vor dem Start über zehn Kilometer eine Trainingsgemeinschaft gebildet und kamen fast gleichauf ins Ziel – Christin Hoffmann aber etwas später als ihre Bekannte. „Kristin hat mich am Deich überholt. Aber es sei ihr gegönnt. Letztes Jahr lag ich vor ihr.“

Jüngste Teilnehmerin dürfte die erst 22 Monate alte Marla gewesen sein, die in einer Kindergartengruppe aus Münsterdorf über 400 Meter gestartet war. 350 Meter sei Marla gelaufen und nur auf den letzten 50 Metern getragen worden, berichtete Mutter Julia Stoffregen im Ziel. Woher das Ausdauervermögen kommt? Das kleine Mädchen hatte zuvor mit den anderen Gruppenmitgliedern auf dem Kindergartengelände und im nahen Wald geübt.

Eine weite Reise zum Störlauf hatte Hilke Zakrzewski auf sich genommen. Die frühere Glückstädterin und jetzige Oberpfälzerin zieht es seit ihrem Umzug regelmäßig nach Itzehoe, wenn hier im Mai gerannt wird. Dann verbindet sie den Start mit einem Besuch bei ihren Lauffreundinnen Helga Thara und Angelika Pump. „Wir waren zusammen viel auf Wettkampfreisen und haben uns dabei befreundet.“ 2019 will sie wiederkommen.

Auch wenn bis dahin noch viel Wasser die Stör rauf und runter fließen wird: Der Termin ist schon gesetzt für den 11. Mai 2019. Was den Störlauf 2018 betrifft, da konnte sich Susanne Hansen zufrieden zurücklehnen: „Alles gut“, sagte die Veranstaltungsleiterin und bedankte sich bei Helfern und Sponsoren.



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