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Innenstadt : Störer-Gruppe: Politik sucht das Gespräch

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Probleme am Itzehoer La-Couronne-Platz: Kontaktpersonen sollen klären, ob Streetworker helfen kann. Zunächst kein Einsatz eines Ordnungsdienstes.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Durchgreifen mit einem Ordnungsdienst – oder Helfen durch Sozialarbeit eines Streetworkers? Seit Monaten wird darüber diskutiert, welche Alternative die Probleme mit den so genannten Störern am La-Couronne-Platz lösen kann. In der Sitzung des Sozialausschusses lag nun ein Konzept für den Einsatz von Streetworkern vor, das die Verwaltung im Auftrag der Politik erarbeitet hatte.

Vier grundlegende Fragen müssten geklärt werden, heißt es darin: Welche Probleme liegen bei der Zielgruppe vor – zum Beispiel Erwerbslosigkeit, Drogenkonsum oder psychische Probleme? Das müsse in einer Analysephase geprüft werden – womöglich zeige sich dann sogar, dass Streetwork keinen Sinn hätte, etwa, weil sich die Betroffenen gar nicht helfen lassen wollen.

Die weiteren Fragen seien: Welche Ziele verfolgt der Auftraggeber mit dem Einsatz von Streetwork? Welche konkreten Maßnahmen sind einzusetzen? Welche Ressourcen werden bereit gestellt? Man müsse wohl mindestens mit einer Vollzeitstelle rechnen.

Insbesondere die Frage nach den verfolgten Zielen rückte Carsten Roeder vom Amt für Bildung in den Mittelpunkt: Sein Eindruck sei, dass die Zielrichtung bislang lautete: „Wir wollen Ruhe auf dem Platz.“ Doch für dieses Ziel sei der Einsatz eines Streetworkers nicht die richtige Methode: „Die Beruhigung des Platzes kann kein Ziel von Streetwork sein.“ Dabei gehe es vielmehr darum, den Mitgliedern der Randgruppe zu helfen – dazu könnten auch Maßnahmen zählen, die von einzelnen Ausschussmitgliedern als „Bespaßungsprogramm“ bezeichnet wurden: Gruppenarbeit in Form von Festen und Ausflügen zum Beispiel.

Erneut wurde das Für und Wider der Möglichkeiten diskutiert – auch mit Blick auf die Geschäftsleute am La-Couronne-Platz, die sich von der Gruppe extrem gestört fühlen. Trotz einiger Skepsis setzte sich letztlich die Ansicht durch, dass man zumindest mit der Gruppe ins Gespräch kommen will, um herauszufinden, wo die Probleme liegen und ob ein Streetworker überhaupt die richtige Alternative wäre. Dabei wurde das Angebot des Itzehoers Martin Wnuck angenommen, der Mitglieder der Gruppe kennt und den Kontakt herstellen will. Gemeinsam mit Dr. Kirsten Lutz (DAF) und Carmen Bassitta (SPD) soll er so eine erste Analyse ermöglichen, um in der nächsten Sitzung rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen einen Beschluss zu fassen.

Ein Ordnungsdienst wird bis dahin nicht eingesetzt. „Im Moment gibt es aus ordnungsrechtlicher Sicht keinen Grund dafür“, betonte Mathias Siebenborn, Leiter der Ordnungsabteilung. Der Außendienst des Ordnungsamtes laufe dreimal täglich am La-Couronne-Platz Streife. „Es wurden keine außergewöhnlichen Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Die Leute sind halt einfach da.“ Eine Nachfrage bei der Polizei habe ebenfalls ergeben, dass es in diesem Jahr bislang kaum Einsätze dort gegeben habe. Auch als kürzlich Innenminister Andreas Breitner am La-Couronne-Platz vorbei kam und das Problem hautnah erlebte, war kein Einschreiten nötig: Es hätten rund ein Dutzend Personen auf genauso vielen Bierkästen gesessen. Breitner habe die Polizei informiert, die sofort kam. „Da waren die alle schon weg, die hatten auf Abholung gewartet.“

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