500 Jahre Stördorf : Stördorfer feiern ihr Gründungsjahr

Daumen hoch für Stördorf: Bürgermeister Bernd Harder (l.) und sein Vorgänger Helmut Sievers begrüßen die rund 200 Jubiläumsgäste. Fotos: Kolz
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Daumen hoch für Stördorf: Bürgermeister Bernd Harder (l.) und sein Vorgänger Helmut Sievers begrüßen die rund 200 Jubiläumsgäste. Fotos: Kolz

200 Jubiläumsgäste kommen zum Festakt der 125 Einwohner großen Gemeinde an der Stör.

shz.de von
26. August 2018, 14:28 Uhr

„Wir sind eine kleine Gemeinde und feiern unseren Geburtstag mit nur einem Fest“, begrüßte Bernd Harder die Gäste zum Dorfjubiläum. Der Bürgermeister fügte aber auch gleich hinzu: „Wir geben heute ordentlich Gas, dann passt das schon.“

Die Gemeinde Stördorf ist 500 Jahre alt und Harder aktuell der achte Bürgermeister. Er freute sich, dass die Jubiläumsparty in der Traditionsgaststätte „Zur Schleuse“ stattfinden konnte und war überrascht über die gute Resonanz aus dem Dorf. Es mussten noch Tische und Stühle zu gestellt werden, so dass am Ende zirka 200 Gäste auf dem Saal waren, die den Ausblick über Felder und Stör genossen . Bernd Harder hatte ermittelt, dass 20 Generationen das Dorf geprägt haben, von denen viele noch im Ort ansässig sind.

„Stöördöörpe“, das Dorf an der Stör, wurde 1518 erstmalig, aber der Ort „Tor Stör“ bei „Wilstermunde“ viel früher erwähnt“, hatte Helmut Sievers recherchiert. Der ehemalige Bürgermeister berichtete über die Geschichte der Gemeinde. Über das ewige Thema Entwässerung, über die Raubritter, gegen die eine Kreuzschanze an der Mündung Bekau/Stör gebaut wurde und über die Fußwege, die irgendwann gepflastert wurden. Heute gehören 17 299 Quadratmeter Teerwege zu Stördorf, die über 6000 Euro jährlich in der Unterhaltung kosten. 1939 zählte die Gemeinde 182 Einwohner, nach dem Zweiten Krieg 1945 kurzfristig 464, heute zirka 125. Helmut Sievers ging auch auf die Vereine, die Gemeindevertretung und die Landwirtschaft ein. „Wir sind eine sparsame und gut aufgestellte Gemeinde.“ Er lobte seinen Nachfolger Bernd Harder: „Ich habe das Dorf in gute Hände abgegeben, es geht immer weiter mit Stördorf.“

Kreispräsident Peter Labendowicz erklärte: „1872 wurde aus den Ortsteilen Stördorf, Kathen, Kasenort und Honigfleth die selbständige Gemeinde Stördorf, geprägt durch Wettern und Landwirtschaft. Das lebendige und lebenswerte Dorf ist eine idyllische Gemeinde mit Zufluchtsorten, hier ist die Welt noch in Ordnung.“ Gekommen war auch Landrat Torsten Wendt.

Amtsvorsteher Delf Sievers freute sich, dass so viele Bürger an der Feier teilnahmen. „Das Dorf ist lebendig, es herrscht eine große Verbundenheit und nur durch Eigeninitiative haben unsere Dörfer Zukunft.“ Claus Bracker, Bürgermeister der „Schwestergemeinde“ Landrecht, und Tim Auhage, Wehrführer Landrecht-Stördorf, gratulierten ebenso, wie Annelene Beimgraben vom DRK Wilster-Land und Pastor Wolfgang Schulz von der Kirchengemeinde Wilster.

Zum Ortsgeburtstag wurde ein Findling mit Inschrift enthüllt, der von Helmut Sievers ausgesucht und von Steinmetz Thomas Kolbe beschriftet worden war. Neben den Jahreszahlen ist dort auch das Ortswappen zu sehen – dazu eine Mühle zur Entwässerung auf grünem Marschland, die Stör auf blauem Wasser, geteilt von drei Wellen, die für die Stör, die Bekau und die Wilster Au stehen.

Die Gemeindeflagge fand sich als Dekoration im ganzen Saal wieder und Bernd Harder dankte dem Festausschuss sowie allen Helfern für die Unterstützung. Er nutzte den festlichen Rahmen, um Helmut Sievers von den unterschiedlichen Altersgruppen im Dorf für jedes seiner 28 Amtsjahre eine Rose überreichen zu lassen. Außerdem erhielt Sievers Urkunden und „Amtsschild“ für die Ernennung zum Ehrenbürgermeister. Bürgermeister und Ehrenbürgermeister forderten die Festgesellschaft dann nach einem gemeinsamen Essen auf, den 500. Geburtstag ordentlich zu feiern. Hatte die Gruppe „Trivoli“ mit Maren Wißemborski, Claudia Lemm und Karin Labendowicz für den musikalischen Rahmen gesorgt, übernahm DJ Michael Hansen die weitere Unterhaltung mit Tanzmusik.

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