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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 04:36 Uhr

„Stör“ havariert auf der Stör

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Binnenmotorschiff rammt Eisenbahnbrücke / Steuerhaus abgerissen / Kapitän und Mannschaft bleiben unverletzt

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 05:00 Uhr

Nein, ein Unglücksschiff will Detlef-Hermann Beimgraben, geschäftsführender Gesellschafter von Trede & von Pein, die „Stör“ nicht nennen. Doch nachdem im Dezember der
69-jährige Kapitän vom Binnenmotorschiff „Stör“ bei Beidenfleth in die Stör gefallen und ertrunken war, hat es Montagabend erneut ein Unglück gegeben. „Das Schiff sollte im Itzehoer Hafen Getreide an Bord nehmen“, sagt Beimgraben. „Beim Wenden hat es aber einen Steuerbefehl des Kapitäns nicht angenommen.“ So sei das Schiff manövrierunfähig rückwärts den Fluss hinaufgefahren und habe die Eisenbahnbrücke gerammt – mit einem Tempo von sechs Knoten (etwa 10 km/h). Dabei wurde das Führerhaus des 80 Meter langen Schiffes abgerissen. Die „Stör“ verkeilte sich unter der Eisenbahnbrücke, Polizei und Feuerwehr rückten aus.

Bei dem Unglück blieben der 46-jährige Schiffsführer und ein 25-jähriges Besatzungsmitglied unverletzt. Beide blieben auch nach der Kollision an Bord, sorgten laut Beimgraben gegen 22.30 Uhr dafür, dass die „Stör“ bei ablaufendem Wasser per Handsteuerung zurück an den Kai gefahren werden konnte.

„Da die Eisenbahnbrücke durch den Aufprall augenscheinlich beschädigt war, sperrte die Bundespolizei vorläufig den Bahnverkehr“, sagt Polizeisprecherin Merle Neufeld. Nachdem sich ein Baugutachter die Brücke angesehen hatte, konnte der Verkehr allerdings zwei Stunden nach der Havarie wieder freigegeben werden, „denn die Schäden erwiesen sich als nicht betriebseinschränkend“, so Neufeld weiter.

Noch ist unklar, was genau zu dem Unglück führen konnte. Die Polizei geht wie Detlef-Hermann Beimgraben von einem technischen Defekt aus. „Ob es nun die Maschine war, ein elektrisches oder elektronisches Problem – das müssen wir noch klären“, so der Geschäftsführer.

Die „Stör“ ist neben der „Steinburg“ das zweite Schiff von Trede und von Pein. Es fährt zwischen Itzehoe/Beidenfleth und Hamburg, transportiert Getreide und Futtermittel. „Das Schiff läuft, seit wir es 1994 übernommen haben, unfallfrei“, sagt Beimgraben. Der Geschäftsführer will die 48 Jahre alte „Stör“ auf jeden Fall wieder instand setzen lassen, wie hoch der Schaden ist, sei aber noch völlig unklar. „Morgen wird sie aber noch nicht wieder fahren“, sagt Beimgraben zynisch – und mit Blick auf die großen Schäden vor allem an der Steuerung und dem zerstörten Führerhaus auf dem Deck.

Für Beimgraben haben das Unglück im Dezember, bei dem der aus Glückstadt stammende Kapitän offenbar auf einer Leiter ausgerutscht und ins Wasser gefallen war, und der Unfall vom Montag nichts miteinander zu tun. „Das sind zwei völlig verschiedene Sachen.“ Und trotzdem gebe es an dem jüngsten Unglück eben eine positive Sache. Beimgraben: „Kapitän und Mannschaft ist nichts passiert – alles andere lässt sich regeln.“

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