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Fäkalienschmiererei : Stinkende Sauereien im ganzen Dorf

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Kothaufen werden auf Bürgersteigen, Grundstücken und an Autos verteilt. Genervte Anwohner in Kollmar-Bielenberg hoffen auf Hinweise auf die Täter.

„So eine Schweinerei“, ruft Friederike Kater und tritt mit voller Wucht einen Kothaufen beiseite, der direkt auf dem Bürgersteig vor der Bushaltestelle in der Nähe des Hafens liegt. Die 84-Jährige fährt regelmäßig mit dem Bus nach Glückstadt zum Einkaufen. „Jedes Mal liegt ein Haufen hier“, beschwert sie sich.

Peter Griep pflichtet ihr bei und berichtet von weiteren Schweinereien. Auf Grundstücken hätten schon Tüten mit Fäkalien gelegen. Eine Bank auf dem Deich sei mit Kot beschmiert worden und ein Tor auf dem Weg an der Elbe – „gerade am Griff, wo Spaziergänger zum Öffnen hinlangen“, erzählt er. Am Kleidercontainer mitten im Dorf sind noch Fäkalien-Reste zu erkennen. „Der wurde gestern vollgeschmiert“, sagt Griep, der genervt ist von der Sauerei.

Schon seit einem halben Jahr beobachtet der 61-jährige Renter regelmäßig, dass Kothaufen an allen möglichen Stellen im Dorf abgelegt und manchmal sogar verschmiert werden. Als vor Kurzem eine Anwohnerin beim Öffnen ihres Autos in eine stinkende Masse griff – der oder die Täter hatten die Substanz gut versteckt unter dem Türgriff verteilt – entschloss sich Peter Griep, an die Öffentlichkeit zu gehen. „Jeder weiß von den Vorfällen, aber keiner will etwas sagen“, stellt er fest.

Vermutungen, wer der Täter sein könnte, gibt es bislang nicht. Wohl aber wurden laut Griep im Dorf bereits wilde Verdächtigungen ausgesprochen. „Damit sollte man ganz vorsichtig sein“, sagt er. Griep, der selber einen Hund besitzt, hat Zweifel, dass es sich bei den Schmierereien um Hundekot handelt. Die Haufen seien so groß, dass sie mindestens von einer Dogge stammen müssten: „Aber so einen großen Hund haben wir hier nicht.“ Er schließt nicht aus, dass es sich um die Hinterlassenschaften eines Menschen handelt.

Die Verunreinigungen hat er inzwischen der örtlichen Polizei gemeldet. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen. „Es gilt herauszufinden, was das Motiv hinter diesen Taten ist“, sagt Gero Gloy von der Dienststelle in Glückstadt. „Macht sich da jemand einen Spaß oder möchte er jemanden ärgern?“ Peter Griep hofft, dass bald ein Täter gefasst werden kann. Es komme zwar niemand zu Schaden, aber: „Das ist eine Riesen-Sauerei!“

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erstellt am 08.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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