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Funkstille bei Behörden : Stillstand – Politiker klagen Land an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit fünf Jahren Provisorium an der Landesstraße 116 zwischen Lägerdorf und Münsterdorf. Bürgermeister klagen über zu viel Lkw-Verkehr und Straßenschäden.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2014 | 12:15 Uhr

Sie sollten eigentlich nur ein Provisorium sein – die beiden Straßen-Einengungen an der Landesstraße 116 kurz vor Lägerdorf. Doch mittlerweile stehen die Absperranlagen, die keine Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und mit einer Breite von mehr 1,80 Meter durchlassen, seit fast fünf Jahren. Und weiter ist seitdem nichts passiert. „Wir erwarten vom Land, dass hier endlich Strategien entwickelt werden“, fordert Lägerdorfs Bürgermeister Heiner Sülau.

Die Landesstraße war im September 2009 kurzfristig gesperrt worden, weil bei turnusgemäßen Messungen Bewegungen im Untergrund festgestellt worden waren. In unmittelbarer Nähe liegt die 2001 stillgelegte Kreidegrube Saturn. Kurze Zeit später wurde die Straße zwischen Breitenburg und Lägerdorf wieder geöffnet, aber mit deutlichen Gewichts- und Breitenbeschränkungen. Seitdem müssen Fahrzeuge über 3,5 Tonnen über die Autobahn oder Münsterdorf nach Lägerdorf fahren. Das sorgt für strapazierte Nebenstraßen. „Durch den Schwerlastverkehr werden unsere Nebenstraßen kaputtgefahren,“ betont ein verärgerter Heiner Sülau. Und als finanzschwache Gemeinde hätte Lägerdorf auch wenig Geld, diese zu reparieren. Ähnliches gilt für Münsterdorf, wo der Verkehr seit der Tonnenbeschränkung erheblich zugenommen hat. „Fünf Jahre Übergangszeit sollten jetzt eigentlich reichen“, erklärt Münsterdorfs Bürgermeister Jörg Unganz. Die Gemeinden könnten den Schwerlastverkehr nicht mehr aufnehmen, „wir können nicht noch zehn Jahre damit leben“,

Auch trauen sich viele Autofahrer laut Sülau nicht, die enge Durchfahrt zu nehmen. Die Folge: Den Geschäften in Lägerdorf laufen die Kunden davon. „Wir sind über das Land – und ein bisschen auch über den Kreis – verärgert, weil wir nur hingehalten werden.“ Dies betätigen auch Amtsvorsteher Jörgen Heuberger und der Leitende Verwaltungsbeamte Peter Jörgensen. Während in der ersten Zeit noch miteinander gesprochen wurde, wie das Problem behoben werden kann, herrscht jetzt Funkstille. „Seit zwei Jahren hören wir nichts mehr, bekommen keinerlei Informationen“, sagt Jörgen Heuberger.

Die Kommunalpolitiker wollen jetzt das Thema wieder anschieben und hatten deshalb den CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Rickers und den CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich eingeladen. Und die Runde war sich einig: Lösungen müssen kurz- und langfristig auf den Tisch. Und laut Rickers gibt es technische Möglichkeiten, die Einengung so mit Sensoren oder Ampeln auszurüsten, dass auch größere Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen dort problemlos hindurch fahren können. Um den Lkw-Verkehr aus Münsterdorf und den Nebenstraßen zu verdrängen, kann sich Unganz dort eine Gewichtsbeschränkung auf 12,5 Tonnen vorstellen. Beide Maßnahmen könnten kurzfristig umgesetzt werden.

Langfristig, so Rickers, muss sich die Landesregierung entscheiden, ob sie die Landesstraße aufrechterhalten will. Wenn ja, müsse sie ertüchtigt werden oder es müsse über eine Alternative nachgedacht werden. „Wir brauchen langfristig eine tragbare Lösung.“ Ähnlich sieht es auch der Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich. Die Lösung müsse auch unabhängig von der Frage, wer Verursacher der Absackung sei, zügig gesucht werden.

Von Seiten des Landes ist jetzt ein Gespräch für den 24. März mit Vertretern des Verkehrsministeriums, des Landesbetriebes für Straßenbau und weiteren Behörden anberaumt worden. Das betonte gestern Stefan Nitschmann, Mitarbeiter der Presseabteilung im Verkehrsministerium, auf Anfrage. Dort solle das weitere Vorgehen besprochen werden.

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